Autoabgase töten jährlich rund 7.000 Menschen

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Besonders gesundheitsschädliche Autoabgase sind Feinstaub und Stickoxide. Krankheitssymptome reichen von Husten bis zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der VW-Skandal hat Autoabgase in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt – nicht zuletzt, weil diese für schwere Erkrankungen bis hin zu Lungenkrebs verantwortlich sein könnten. Bei VW ging es hauptsächlich um lungenschädliche Stickoxide. In Deutschland gebe es jährlich rund 7.000 Todesfälle durch Abgase aus dem Straßenverkehr, wie Forscher im Fachjournal “Nature” berichteten. Demnach sterben hierzulande daran etwa doppelt so viele Menschen wie an Verkehrsunfällen.

Eine Übersicht über die gesundheitsschädlichen Schadstoffe:

STICKOXIDE (NOx): Gesundheitsschädliche Stickoxide wie etwa Stickstoffmonoxid und -dioxid kommen in der Natur nur in winzigen Mengen vor. Sie stammen vor allem aus Autos, aber auch aus Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken. Dieselmotoren stoßen viel mehr NOx aus als Benziner. Die Stoffe können Schleimhäute angreifen und so zu Husten, Atembeschwerden und Augenreizungen führen. Besonders gefährdet sind Asthmatiker. Sie können aber auch Herz- und Kreislauf beeinträchtigen. Außerdem tragen Stickoxide zur Bildung von Feinstaub und bodennahen Ozon bei.

Unter den NOx ist nur das Lachgas (Distickstoffmonoxid/N2O) bedeutend für den Treibhauseffekt. Es schadet in den vorliegenden Konzentrationen der Gesundheit nicht. Lachgas stammt vor allem von Feldern mit viel künstlichem Stickstoffdünger. Das derzeit bedeutendste NOx ist das Stickstoffdioxid (NO2).

NO2-GRENZWERTE LUFT: “Stickstoffdioxid (NO2), das vor allem aus KFZ-Abgasen stammt, entwickelt sich zum Schadstoff Nummer eins”, schreibt das Umweltbundesamt (UBA). 2014 überschritt demnach die NO2-Konzentration an mehr als der Hälfte der Messstationen an stark befahrenen Straßen den Jahresmittel-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dann müssen Behörden mit Luftreinhalte-Plänen für eine NO2-Verminderung sorgen. Zudem kann die EU-Kommission ein sogenanntes Vertragsverletzungsverfahren einleiten, das zu Strafzahlungen führen kann. Derzeit läuft laut UBA gegen Deutschland ein solches Verfahren wegen Überschreitung des Jahresgrenzwertes. Auch Bürger können Behörden auf Einhaltung der Grenzwerte verklagen.

NOx-GRENZWERTE AUTO: Der Grenzwert in Pkw-Abgasen für alle Stickoxide zusammen liegt in der EU bei 80 Milligramm pro Kilometer (mg/km) für Diesel- und 60 mg/km für Benzinmotoren. Der von der US-Umweltbehörde EPA geforderte Wert liegt im Schnitt bei umgerechnet 43,5 mg/km. Allerdings sind die US-Kontrollsysteme nicht einheitlich und die Vorschriften können je nach US-Staat abweichen.

OZON (O3): NOx bilden bei Sonnenlicht zusammen mit organischen Substanzen und Sauerstoff Ozon. Ozon reizt Schleimhäute, Augen und Lungen. Es kann zu Atemwegsbeschwerden führen. Besonders gefährdet sind wie bei NO2 Asthmatiker, aber auch Arbeiter sowie Sportler im Freien und Kinder mit ihrem hohen Stoffumsatz.

O3-GRENZWERTE LUFT: Erreicht die Ozon-Konzentration eine Stunde lang 180 Mikrogramm oder mehr pro Kubikmeter Luft, müssen Landesbehörden etwa über Radiosender die Menschen darüber informieren und angeben, was zu tun ist. So sollten Menschen, die empfindlich auf Ozon reagieren, auf anstrengende Tätigkeiten im Freien zu verzichten. Ab der Alarmschwelle von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter gilt dies für die gesamte Bevölkerung.

FEINSTAUB: Diese winzigen Partikel entstehen entweder direkt in Automotoren, Kraftwerken, der Industrie oder beim Zigarettenrauchen oder indirekt durch Stickoxide und andere Gase. Die feinen Partikel gelangen in die Lunge und dringen sogar in den Blutkreislauf ein. Sie können zu Entzündungen der Atemwege führen, aber auch zu Thrombosen und Herzstörungen.

KOHLENDIOXID (CO2): Es ist zwar unschädlich für den Menschen, aber zugleich das bedeutendste Treibhausgas und zu 76 Prozent für die menschengemachte Erderwärmung verantwortlich. Der Straßenverkehr verursacht nach UBA-Angaben rund 17 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland – hier spielt Kohlendioxid die bei weitem größte Rolle.

Text: mit dpa

Foto: dpa

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