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Bei adipösen Patientinnen: Alternativen zu östrogenhaltigen Pillen vorschlagen

Weltweit nimmt die Prävalenz der Adipositas in allen Industrienationen zu.<sup>1</sup> Und damit stellt sich schon jetzt aber auch zukünftig die Frage der Verhütung. Welche Empfehlung können die Gynäkologen diesen Patientinnen geben?

<strong>Weltweit nimmt die Pr&auml;valenz der Adipositas in allen Industrienationen zu.<sup>1</sup> Und damit stellt sich schon jetzt aber auch zuk&uuml;nftig die Frage der Verh&uuml;tung. Welche Empfehlung k&ouml;nnen die Gyn&auml;kologen diesen Patientinnen geben?</strong>

In Deutschland haben bereits 30 % der 18 bis 29-jährigen Frauen Übergewicht und 9,6 % sind adipös. Gemäß Definition gelten Patientinnen mit einem BMI von > 25 als übergewichtig, ab einem BMI von > 30 wird von Adipositas gesprochen.2

Wichtige Rolle des Arztes bei der aktiven Ansprache
Gerade das ärztliche Gespräch mit den adipösen Patientinnen spielt eine wichtige Rolle. Einerseits kann die Gefahr bestehen, dass die sexuelle Aktivität von stark übergewichtigen Frauen durch den Arzt unterschätzt wird.

Andererseits ist die Angst vor einer Gewichtszunahme bei Frauen im gebärfähigen Alter ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz von Kontrazeptiva. Dies könnte möglicherweise auch zu Compliance-Problemen und zum Abbruch oraler Kontrazeption führen. Diese Befürchtungen sollten daher vom Arzt ernst genommen und auch aktiv angesprochen werden. Bisherigen Studienergebnissen zufolge konnte eine besondere Gewichtszunahme unter oralen Kombinationspräparaten bisher nicht beobachtet werden.3
Weiterhin sind orale Kontrazeptiva mit einem erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien assoziiert. Auch adipöse Frauen, die mit oralen Kombinationspräparaten verhüten, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit venöse Thromboembolien zu entwickeln als Frauen, die keine oralen Kombinationspräparate benutzen.4

Kontrazeptive Sicherheit ist trotz Adipositas gegeben
In einer Studie konnte gezeigt werden, dass für Implantate (Implanon NXT®) der Verhütungsschutz auch bei übergewichtigen Patientinnen gegeben war.5
Für NuvaRing® konnte in einer prospektiven Studie von Westhoff ebenfalls gezeigt werden, dass bei adipösen Frauen mit einem BMI zwischen 30 - 39,9 keine Zunahme an Ovulationen zu beobachten war. Verglichen wurden die Pharmakokinetik und Ovulationsunterdrückung während der Einnahme von Vaginalringen in adipösen (n = 19) und normalgewichtigen (n = 18) Studienteilnehmerinnen.6
Die WHO teilt Methoden der Kontrazeption in 4 Kategorien ein: 1) ohne Einschränkungen, 2) die Vorteile der Methode überwiegen die Risiken, 3) die Risiken überwiegen die Vorteile der Methode und 4) inakzeptables Gesundheitsrisiko. Intrauterine Verhütungsmethoden werden in Kategorie 1 eingestuft. Bei den Pillen werden seitens der WHO die Kontrazeptiva empfohlen, die nur Progesteron enthalten (Kategorie 1).4
Hormonelle Kombinationspräparate werden hingegen nur mit Einschränkungen (MEC-Kategorie 2) bei Adipositas empfohlen. Die WHO weist darauf hin, dass adipöse Frauen, die orale Kombinationspräparate anwenden, eher eine venöse Thromboembolie wiederfährt als adipösen Frauen, die keine oralen Kombinationspräparate nutzen.4

Jubrele® bei adipösen Patientinnen grundsätzlich geeignet
Bei Jubrele® handelt sich um ein Gestagen-Monopräparat,7 welches den Empfehlungen der WHO bei adipösen Patientinnen entspricht.4 Darüber hinaus bietet Jubrele® bei einmaligem Vergessen ein Einnahmefenster von 12 Stunden. Wird diese vergessene Einnahme innerhalb von weniger als 12 Stunden nachgeholt bleibt die kontrazeptive Sicherheit erhalten.7

Fazit
Durch die aktive Ansprache können Bedenken von adipösen Patientinnen ausgeräumt und eine zuverlässige sowie geeignete Verhütungsform gefunden werden. Implantate mit Etonogestrel oder Intrauterine-Verhütungsmöglichkeiten können uneingeschränkt in Betracht kommen. Gestagen-Mono-Präparate sind laut WHO gegenüber hormonellen Kombinationspräparaten vorzuziehen.

Quellen

  1. Wabitsch M, Kunze D (federführend für die AGA). Konsensbasierte (S2) Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Prävention von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Version 15.10.2015; www.a-g-a.de.
  2. Mensink GBM, Schlenkiewitz A, Haftenberger M, et al. Übergewicht und Adipositas in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt. 2013; 56,786-94. DOI 10.1007/s00103-012-1656-3. Springer-Verlag Berlin-Heidelberg 2013.
  3. Lindh I, Ellström AA, Milsom I. The long-term influence of combined oral contraceptives on body weight. Hum Reprod. 2011;26(7):1917-24. DOI: 10.1093/humrep/der094.
  4. Department of Reproductive Health and Research, World Health Organization: Medical eligibility criteria for contraceptive use, 5th edition, 2015.
  5. Xu H, Wade JA, Peipert JF, et al. Contraceptive Failure Rates of Etonogestrel Subdermal Implants in Overweight and Obese Women. Obstetrics & Gynecology. 2012; 120(1),21-6.
  6. Westhoff CL, Torgal AH, Mayeda ER, et al. Pharmacokinetics and ovarian suppression during use of a contraceptive vaginal ring in normal-weight and obese women. American Journal of Ostetrics & Gynecology. 2012;207(1), 39.e1–39.e6. DOI: 10.1016/j.ajog.2012.04.022.
  7. MSD. Fachinformation Jubrele. Stand der Information: Mai 2015. http://www.msd.de/fileadmin/files/fachinformationen/jubrele.pdf.
  8. Fachinformation Jubrele®.