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Berliner Frauen bleiben häufiger kinderlos als anderswo

Die Zeit verbreiteter Kinderlosigkeit in Deutschland scheint vorbei zu sein. Das zumindest legt die aktuelle Statistik nah. Für Berlin trifft die Entwicklung jedoch nur eingeschränkt zu.

Berlinerinnen trotzen dem Trend zu mehr Kindern

Die Zeit verbreiteter Kinderlosigkeit in Deutschland scheint vorbei zu sein. Das zumindest legt die aktuelle Statistik nah. Für Berlin trifft die Entwicklung jedoch nur eingeschränkt zu.

Berlins Frauen bleiben häufiger ohne Kinder als in fast allen anderen Orten Deutschlands. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lag die Kinderlosenquote im vergangenen Jahr bei Frauen im Alter von 45 und 49 Jahren bei 27 Prozent. Damit belegt die Hauptstadt Platz zwei. Noch mehr Frauen ohne Kinder leben nur in Hamburg: Mit 31 Prozent nimmt die Hansestadt den ersten Platz beim Mikrozensus 2016 ein. Bei der jüngsten Zählung vor vier Jahren rangierte Berlin mit 21 Prozent noch auf Platz drei hinter Hamburg und Bremen.

In ganz Deutschland sei der langjährige Trend zur Kinderlosigkeit offenkundig gestoppt, meldete das Bundesamt am Mittwoch. Der Bundesdurchschnitt beträgt 21 Prozent. Von endgültiger Kinderlosigkeit gehen die Statistiker bei Frauen ab 45 Jahren aus, die bis dahin nicht Mutter geworden sind.

Für Michaela Kreyenfeld, Soziologie-Professorin an der Hertie School of Governance in Berlin, ist die hohe Zahl kinderloser Frauen in Berlin nicht überraschend. "Berlin ist die Stadt der Singles. Im Vergleich zwischen Stadt und Land ist die Kinderlosigkeit in den Metropolen für gewöhnlich höher."

Das zeigt auch die Statistik: Die Kinderlosigkeit in den Stadtstaaten ist besonders hoch. Besonders niedrig ist sie dagegen in den ostdeutschen Flächenländern mit 12 Prozent, in den westdeutschen liegt sie bei 21 Prozent. Familien mit kleinen Kindern zögen häufig aus der Stadt ins Umland, lautet eine Erklärung.

"Bei den akademisch gebildeten Frauen ist die Kinderlosigkeit in den letzten Jahren sogar zurückgegangen", sagte Destatis-Vizepräsident Georg Thiel bei der Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin. So war unter den 40- bis 44-jährigen Akademikerinnen der Anteil der Kinderlosen im Vorjahr mit 25 Prozent um drei Prozentpunkte geringer als 2012. Grund seien verbesserte Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, vor allem durch den Ausbau der Kinderbetreuung.

Lange hatte sich die endgültige Kinderlosigkeit in Deutschland stetig vergrößert - von 11 Prozent bei den 1937 geborenen Frauen bis 21 Prozent beim Jahrgang 1967.