Bessere Vorbeugung gegen Infarkte notwendig

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In keinem Land sterben so viele Menschen an Herzkrankheiten wie in Sachsen-Anhalt. Was tun? Darüber beraten Spezialisten in Quedlinburg – und sie haben auch schon Vorschläge.

Sachsen-Anhalt braucht aus Sicht eines Quedlinburger Herzspezialisten dringend ein Aufklärungsprogramm zur Vorbeugung von Herzinfarkten. Im Land sei die Gefahr, an einer Herzkrankheit zu sterben, seit Jahren besonders hoch, sagte der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen, Axel Schlitt.

Das liege daran, dass Risikofaktoren wie Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte besonders häufig aufträten. “Da haben wir ein Problem, doch das lässt sich beeinflussen.” Übergewicht durch Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung sowie ein hoher Raucheranteil von 30 Prozent lieferten möglicherweise Erklärungen für die hohe Herzinfarktrate, bemerkte der Professor.

Präventionsprogramme in Schulen und Kindergärten gefordert

Um diese Risiken zu verringern, könnten Präventionsprogramme in Kindergärten und Schulen helfen. “Es sollte in den Lehrplan aufgenommen werden und jährlich Projekte zur Vorbeugung geben”, schlug Schlitt vor. Bisher sei er mit seiner Bitte um Unterstützung aus der Politik jedoch gescheitert.

In Sachsen-Anhalt sterben seit Jahren besonders viele Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen. Mit 389 Todesfällen je 100 000 Einwohner liegt es vor allen anderen Bundesländern, wie aus den jüngsten Zahlen der Deutschen Herzstiftung hervorgeht. Zum Vergleich: In Berlin sind es demnach nur 193, in Hamburg 214 Fälle je 100 000 Einwohner.

Neben den Risikofaktoren spiele dabei auch eine fehlende Wachsamkeit bei Herzinfarkt-Symptomen eine Rolle, führte Schlitt aus. “Patienten warten hier viel Länger, ehe sie einen Notarzt rufen.” Dann könne es schon zu spät sein. Auch die Tatsache, dass der Altersdurchschnitt in Sachsen-Anhalt vergleichsweise hoch sei, sei ein Teil der Erklärung.

Schlitt und die Präsidentin der Landesärztekammer, Simone Heinemann-Meerz, haben alle Herzchirurgen und Kardiologen des Landes für Samstag zu einer ganztägigen Konferenz nach Quedlinburg eingeladen. Es gehe darum, Therapien von Herzpatienten zu standardisieren, um künftig vermehrt an einem Strang zu ziehen. “Denn wir selbst können ja nur etwas für diejenigen unternehmen, die schon herzkrank sind – vorher bekommen wir ja niemanden zu Gesicht.”

Text: dpa /fw

Foto: mykeyruna / Shutterstock.com

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