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Bewegung von Kindesbeinen an

Adipositas führt bei Kindern und Jugendlichen zu einer Reihe von Komorbiditäten. Privat-Dozentin Dr. Susann Weihrauch-Blüher fordert deshalb mehr Verhaltens- und Verhältnisprävention.

Adipositas führt bei Kindern und Jugendlichen zu einer Reihe von Komorbiditäten. Privat-Dozentin Dr. Susann Weihrauch-Blüher fordert deshalb mehr Verhaltens- und Verhältnisprävention.

Der KIGGS-Studie zufolge sind rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig, 6,3 Prozent davon sind adipös. Das entspricht etwa 1,8 Millionen beziehungsweise 750.000 Kindern. Die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) definiert Übergewicht bei einer BMI-Perzentile von größer als 90-97 und Adipositas von 97-99,5.

“Generell lässt sich beobachten, dass es bei Adipositas eine steigende Prävalenz der Kinder und Jugendlichen mit zunehmendem Alter gibt“, erklärte Die Privat-Dozentin Dr. Susann Weihrauch-Blüher vom IFB Adipositaserkrankungen an der Universität Leipzig auf dem Diabetes-Kongress 2016 in Berlin. Sie ist gleichzeitig Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Halle (Saale).

In Zahlen ausgedrückt sind unter den 3- bis 6-Jährigen 9 Prozent übergewichtig und 2,9 Prozent adipös, unter den 7- bis 14-Jährigen sind etwa 15 Prozent übergewichtig und 6,4 Prozent adipös. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren steigt der Wert sogar auf 17 Prozent übergewichtige und 8,5 Prozent adipöse Jugendliche. “Weiterhin sehen wir eine Häufung bei Kindern mit Migrationshintergrund und solchen aus einem niedrigem sozioökonomischen Umfeld”, so Weihrauch-Blüher.

Frühzeitige Behandlung

Sie präsentierte eine Kasuistik eines adipösen 16-jährigen Jugendlichen, der bereits eine Reihe von Komorbiditäten aufwies: von Gelenkfehlstehlungen wie X-Beinen und Plattfüßen über Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte mit Diabetes-Risiko bis hin zu psychischen Erkrankungen wie Depression, Angst- und Essstörungen können diese reichen. Weihrauch-Blüher plädiert deshalb für eine frühzeitige Behandlung adipöser Kinder und Jugendlicher und schlägt Maßnahmen der “Verhaltensprävention” und “Verhältnisprävention” vor. Dazu zählt sie sowohl mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung in Kitas und Schulen, als auch eine Zucker- und Fettsteuer sowie kontextbezogene Maßnahmen wie mehr Sport in der Schule oder eine gute Ausstattung der Städte mit Spielplätzen und Grünflächen. Aufklärung und Schulungen der Eltern und des Personals in Kitas und Schulen sei ebenfalls notwendig.

“Für Vorschulkinder empfehlen wir mindestens 60 Minuten strukturierte Bewegung am Tag und keine längeren Bewegungspausen von mehr als 60 Minuten am Stück”, sagt Weihrauch-Blüher. Bei Schulkindern erhöhe sich die empfohlene Zeit auf 90 Minuten Bewegung oder 12.000 Schritte.