Bisher keine Zika-Fälle bei Olympia

Der südamerikanische Winter reduziert die Verbreitung der Mücken in Rio. Die schlechte Anbindung an das Abwassernetz bietet langfristig optimalen Nährboden.

Der südamerikanische Winter reduziert die Verbreitung der Mücken in Rio. Die schlechte Anbindung an das Abwassernetz bietet langfristig optimalen Nährboden.

Mehrere prominente Sportler sind wegen der Angst vor dem Zika-Virus nicht zu den olympischen Spielen nach Rio de Janeiro gereist. Bis hin zu einer Olympia-Absage reichten die Forderungen wegen der Verbreitung des Virus. Nun gibt es bisher der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge keinen einzigen gemeldeten Fall – dank des südamerikanischen Winters. Im südamerikanischen Winter gibt es nur wenige Moskitos der Art Aedes aegypti, die der Hauptüberträger des Virus sind. Zika kann Schädelfehlbildungen bei Babys auslösen.

Bisher haben sich nach Experten-Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Menschen in Brasilien mit dem Virus angesteckt – aber viele Infektionen werden gar nicht bemerkt und entsprechend keine Tests veranlasst. Das brasilianische Gesundheitsministerium hat seit dem Ausbruch der Epidemie im April 2015 offiziell 174.000 Fälle bestätigt. Mit groß angelegten Desinfektionskampagnen hat Brasilien versucht, gegen das Virus vorzugehen.

Im Bundesstaat Rio de Janeiro liegt die Quote mit 278,1 Fällen pro 100.000 Einwohner höher als im Rest des Landes mit circa 85 Fällen. Es ist erwiesen, dass Zika schwere neurologische Schäden verursachen kann. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es seit der systematischen Erfassung im Oktober bis Mitte Juli 1709 bestätigte Mikrozephalie-Fälle. Aber nur bei 267 bestätigten Fällen konnte das Zika-Virus eindeutig nachgewiesen werden, mit dem sich die Mütter in der Schwangerschaft infiziert hatten. Ein anderer Grund für Mikrozephalie kann Alkohol in der Schwangerschaft sein. Dass Rio de Janeiro, und ganz Brasilien, dauerhaft mit solchen Viruserkrankungen werden leben müssen, gilt für Mediziner als wahrscheinlich.

55 Prozent der Haushalte sind nicht an das öffentliche Abwassersystem angebunden

Einen der Hauptgründe für die Ausbreitung sehen die Mediziner im nach wie vor schlecht ausgebauten Abwassersystem. Nach ihren Forschungen verfügen 55 Prozent der Haushalte über keinen oder nur unzureichenden Anschluss an das öffentliche Abwassersystem. Am schlimmsten ist demnach die Situation in ländlichen Gebieten im Norden und Nordosten. Dort, wo Zika als erstes von der Ärztin Adriana Melo überhaupt als Epidemie identifiziert worden war, ist etwa jeder zweite Haushalt nicht ans Abwassernetz angeschlossen – ein idealer Nährboden für die Aedes-Gelbfiebermücke, die feuchte Plätze zum Eierablegen nutzt. Auch das Dengue-Fieber kann sich unter diesen Bedingungen schneller verbreiten.

Das Dengue-Fieber beschäftigt Brasilien seit den frühen 80er Jahren. Offiziell sind bislang zehn Millionen Brasilianer mit Dengue im Laufe der Jahre infiziert gewesen. Die Zahl der Todesfälle wird mit 4.000 angegeben.

Ab Oktober, wenn bei wärmeren Temperaturen die Moskitos zurück sind und sich gerade in den Kloakengewässern rasant vermehren werden, könnten die Zika- und Dengue-Fälle wieder zunehmen. Aber: Da man nur einmal mit Zika infiziert werden kann, sind vielleicht viele bereits immun, weshalb sich die Zika-Ausbreitung mittelfristig abschwächen könnte. “Wir erwarten, dass die gegenwärtige Epidemie in drei Jahren weitgehend überwunden ist”, bilanziert Neil Ferguson vom Zentrum für Epidemie-Analysen des Imperial College London im Magazin “Science”.

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