Bluthochdruck: Welchen Einfluss hat das ZNS?

In Deutschland leiden etwa 35 Millionen Menschen an der Volkskrankheit Bluthochdruck, rund ein Viertel der Weltbevölkerung sind betroffen. Alarmierend ist, dass nur jeder Zweite (rund 17,5 Mio.) vo

In Deutschland leiden etwa 35 Millionen Menschen an der Volkskrankheit Bluthochdruck, rund ein Viertel der Weltbevölkerung sind betroffen.

Alarmierend ist, dass nur jeder Zweite (rund 17,5 Mio.) von seiner Krankheit weiß. Als Folge drohen Schlaganfälle und Herzerkrankungen, aber auch Durchblutungsstörungen, Nierenversagen, Blindheit, Demenz und weitere Krankheitsbilder. Diese Fakten verdeutlichen, warum Bluthochdruck weiter erforscht wird und neue Lösungen gebraucht werden.

In Deutschland und auch weltweit stellt der Bluthochdruck die wichtigste Ursache für Herzinfarkte und Schlaganfälle dar. Ärzte verschreiben Arzneimittel, die nur den Blutdruck senken, die Krankheit jedoch nicht heilen. Viele Patienten reagieren schlecht darauf, weil sie müde werden und andere Nebenwirkungen bekommen, was dazu führt, dass die Einsicht der Notwendigkeit sehr niedrig ist.

Obwohl die Mehrheit der Patienten unter primärer oder essenzieller Hypertonie leidet, macht die sekundäre Hypertonie immerhin zehn Prozent der Fälle aus. Die sekundäre Hypertonie wird durch andere Krankheiten verursacht, wie Schlafapnoe, Schilddrüsenkrankheiten, oder durch eine Hormonbehandlung, Schmerzmittel, oder natürliche Heilmittel. Die sekundäre Hypertonie tritt meist plötzlich auf und verursachte höhere Druckwerte als die primären.

Vielzahl von Faktoren können Hypertonie auslösen

Während die sekundäre Hypertonie erfolgreich behandelt werden kann, ist die Therapie von der essentiellen Hypertonie nur symptomatisch. Außerdem spielen andere Faktoren wie Ernährungsart, Lebensstil und Mangel an sportlicher Aktivität eine große Rolle bei der Krankheitsentstehung. Aus diesen Gründen versuchen Forscher andere Wege zu finden, um die Krankheit besser verstehen und behandeln zu können.

Laut der American Academy of Neurological and Orthopedic Surgeons, ist die Hypertonie nicht nur ein Problem des Herzens, der Nieren oder der Blutadern, sondern auch des zentralen Nervensystems.

Prof. Julian Paton von der Bristol University in Großbritannien, analysiert die Beziehung zwischen Bluthochdruck und dem Hirnstamm, die regulatorische Region des Gehirns.

ZNS reguliert bei Stress den Organismus

In einer Stresssituation reguliert das autonome Nervensystem durch den Sympathikus den gesamten Organismus. Durch Adrenalin und Noradrenalin steigen Herzfrequenz, Atmungsfrequenz, Blutdruck und somit die Durchblutung der Muskeln.

Wenn der Stress dauerhaft ist, wird der Sympathikus kontinuierlich aktiviert, eine permanente Erhöhung des Blutdrucks wird initiiert. Dieser Prozess wird als neurogener Bluthochdruck verstanden.

In vorherigen Studien wurde herausgefunden, dass Stress mit Langzeithypertonie assoziiert wird und dass Jugendliche, die unter Dauerstress leiden, ein größeres Risiko haben, später an Bluthochdruck zu erkranken.

Nieren und Bluthochdruck

Durch die Regulierung der Elektrolyten und die Bilanzierung des Wasserhaushalts, spielen die Nieren eine besondere Rolle im kardiovaskulären System. Wird die Niere schlecht perfundiert, resultiert daraus eine Vasokonstriktion im gesamten Körper. Es entwickelt sich ein Bluthochdruck.

Jetzt kommt die neue Hypothese ins Spiel. Das “egoistische” Gehirn steht ganz oben in der Hierarchie, und sobald ihm Blut entzogen wird, versucht es dieses wieder zurück zu gewinnen. Der Begriff wurde von Prof. Achim Peter aus Lübeck geprägt.

Die Forschung hat gezeigt, dass viele Patienten mit Hypertonie schmale Blutgefäße und einen niedrigen Blutfluss im Hirnstamm aufweisen, auch hohe Resistenz genannt. Aus diesem Grund spekulieren die Forscher dass ein niedriger Blutfluss im Hirnstamm eine systemische Hypertonie als Folge haben kann.

“Wenn der Blutfluss im Hirnstamm niedrig ist, kann das Gehirn durch den Sympathikus den Blutdruck hochregulieren, damit mehr Blut die Nervenzellen erreichen kann”, so Prof. Peters. “Das ist die selfish brain hypothese.”

Das Problem besteht jedoch in der Kausalitätsbeziehung, verursacht der niedrige Blutfluss die Hypertonie, oder reduziert die Hypertonie die Blutperfusion im Gehirn?

Das ist allerdings eine interessante Theorie, und wenn eine neurologische Komponente an der Entstehung des Bluthochrucks mitbeteiligt ist, müsste man neue Wege für die Therapie einschneiden.

Text: esanum /am

Foto: Andrey_Popov / Shutterstock.com

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