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Brustkrebs: Reichen fünf Jahre der Nachbehandlung?

Neue Studie zeigt hohes Rückfallrisiko auch nach 20 Jahren

Eine aktuelle Analyse fand heraus, dass auch fast 20 Jahre nach Erhalt der Diagnose von Östrogenrezeptor-positivem-Brustkrebs (ER-positiv) das Risiko eines Rezidivs konstant hoch bleibt. Forscher fragen sich deshalb, ob die Behandlung erweitert werden sollte.

ER-positiver Brustkrebs ist die häufigste Brustkrebsart und macht rund 80 Prozent aller Brustkrebsfälle aus. Die Standardbehandlungen für diese Krebsart sind Tamoxifen, was die Wirkung des Östrogens blockiert oder Aromatasehemmer, die die Östrogenproduktion stoppen. Auch wenn der Krebs geheilt ist, werden diese Medikamente täglich für fünf weitere Jahre eingenommen. Tamoxifen reduziert das Rezidivrisiko um die Hälfte während der Behandlung und um fast ein Drittel in den fünf Jahren der Nachbehandlung. Aromatasehemmer, die nur bei Frauen nach der Menopause funktionieren, reduzieren das Risiko eines Rezidivs sogar noch mehr. In den letzten Jahren hat die Forschung herausgefunden, dass eine Verlängerung des Zeitraumes, in dem diese Medikamente eingenommen werden, das Risiko weiter verringern könnte. Einige Krebsforscher fragen sich, ob sie für zehn Jahre eingenommen werden sollten. 

Diese Medikamente bringen allerdings Nachteile mit sich. Auch wenn die Nebenwirkungen nur selten lebensbedrohlich sind, können sie dennoch die Lebensqualität einer Frau beeinträchtigen. Nebenwirkungen ahmen oft die Menopause nach und umfassen Hitzewallungen, Nachtschweiß, Stimmungsschwankungen und vaginale Trockenheit. Aromatasehemmer führen auch zu einem erhöhten Risiko für Osteoporose und andere Krankheiten. Die Autoren der aktuellen Studie schreiben: "Entscheidungen über die Ausweitung der adjuvanten Endokrintherapie nach fünf Jahren ohne Rezidiv können nur getroffen werden, wenn wir zusätzliche Vorteile und Nebenwirkungen abwägen." Die Analyse wurde von Forschern der Early Breast Cancer Trialists' Collaborative Group (EBCTCG) durchgeführt. Diese Gruppe hat die Forschung zu einem Datensatz seit den 1980ern zusammengefasst, unter Betrachtung aller Aspekte von Brustkrebs. 

Mögliche Streuung trotz langer Inaktivität

Für diese Studie betrachteten sie Daten von 88 klinischen Versuchen, inklusive der von 62.923 Frauen mit ER-positivem Brustkrebs. Ihre Ergebnisse werden diese Woche im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Sie stellten fest, dass bei Frauen, die krebsfrei und für fünf Jahre in Behandlung waren, in den folgenden 15 Jahren der Krebs streute. Einer der Autoren der Studie, Dr. Daniel F. Hayes, sagt: "Auch wenn diese Frauen innerhalb der ersten fünf Jahre rückfallfrei waren, blieb das Risiko, dass der Krebs an einer anderen Stelle, zum Beispiel in Knochen, Leber oder Lunge, wieder auftritt, in den fünf bis 20 Folgejahren konstant." Das Risiko stand in direkter Verbindung zu der Größe des ursprünglichen Krebses und der Anzahl der betroffenen Lymphknoten. Vor allem größere Ausmaße an Krebs und die, die vier oder mehr Lymphknoten betrafen, hatten das höchste Langzeitrisiko.

Auch wenn die Patienten rückfallfrei waren, als sie die Endokrintherapie beendeten, hatten sie ein 40-prozentiges Rückfallrisiko innerhalb von 15 Jahren. Frauen, deren ursprünglicher Krebs kleiner war und nicht die Lymphknoten betraf, hatten ein zehn prozentiges Risiko über 15 Jahre. Als leitender Studienautor kommentiert Hongchao Pan von der University of Oxford die Eregbnisse: "Es ist erstaunlich, dass Brustkrebs so lange inaktiv sein und dann viele Jahre später streuen kann bei gleichbleibendem Risiko im Laufe der Jahre und dabei immer noch stark von der Größe des Originalkrebses und der Anzahl betroffener Lymphknoten abhängt." In einem Interview bezieht Dr. Hayes Stellung: "Es gab deutlich kleinere Studien, die auf dieses Phänomen hingewiesen haben. Unsere Ergebnisse validieren diese und bestätigen das beharrliche Rückfallrisiko in den zwei Jahrzehnten nach der Diagnose."

Das Team will jetzt verstehen, ob es eine Teilgruppe an Frauen mit ER-positivem Brustkrebs gibt, die ein so niedriges Risiko hat, dass eine verlängerte Endokrinbehandlung nicht notwendig wäre. Obwohl die Analyse tausende Frauen umfasste, merken die Forscher an, dass sie ihre Diagnose vor Jahrzehnten erhielten und die Behandlungen sich seitdem verbessert haben. Dr. Hayes fügt hinzu, dass mehr als die Hälfte der Patienten vor 2000 aufgenommen wurde und sie für Patienten nur eine 20-jährige Nachbeobachtungszeit haben, weshalb es insgesamt möglich wäre, dass die Daten in ihrer Studie das absolute Risiko eines späten Rezidivs überschätzen. Dennoch sind sie recht sicher, dass sie das Konzept eines späten Rückfalls ohne Behandlung nicht überschätzen. Es ist wahrscheinlich, dass diese Ergebnisse und andere dieser Art benutzt werden, um längere Behandlungspläne für Frauen mit aggressiven ER-positiven Tumoren zu entwickeln.