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Cannabis-Positionspapier der DGP warnt: Auch die Lunge ist gefährdet

Angesichts der Diskussion um eine Legalisierung von Cannabis sowie eines Einsatzes zu medizinischen Zwecken fordert die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) mehr Studien, die die Auswirkungen des Cannabiskonsums auf Lunge, Atemwege sowie das Herz-Kreislauf-System untersuchen.

Angesichts der Diskussion um eine Legalisierung von Cannabis sowie eines Einsatzes zu medizinischen Zwecken fordert die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) mehr Studien, die die Auswirkungen des Cannabiskonsums auf Lunge, Atemwege sowie das Herz-Kreislauf-System untersuchen.

Anders als vielfach von Konsumenten und Nicht-Medizinern angenommen gehen die Lungenärzte in einem gemeinsam mit weiteren Fachgesellschaften und Verbänden erstellten aktuellen Positionspapier davon aus, dass Cannabis neben bekannten psychischen Störungen gesundheitliche Schäden im Bereich der Lunge und Atemwege verursachen könne. Diese könnten von einer als gesichert geltenden chronischen Bronchitis über allergische Reaktionen einschließlich Asthma bis hin zu schwerwiegenden Krankheiten wie Lungenemphysem, Lungenkrebs und Pneumonien reichen. Es fehle allerdings bisher an ausreichend wissenschaftlichen Belegen, die im Detail Aufschluss über die Auswirkungen des Haschisch- und Marijuana-Rauchens geben, kritisieren die Pneumologen.

„Die Datenlage für die Effekte des Cannabiskonsums ist überaus dünn – sowohl was mögliche negative Auswirkungen als auch positive angeht“, betont Professor Michael Kreuter, Oberarzt Pneumologie und Beatmungsmedizin an der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, im Rahmen des 57. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der vom 2. bis 5. März in Leipzig stattfindet. „Konsumenten und Befürworter von Cannabis verharmlosen die gesundheitsschädlichen Effekte und verbreiten vermeintliche Fakten über die heilsame Wirkung der Droge, die wissenschaftlich nicht belegt sind“, erklärt DGP-Präsident Professor Berthold Jany.

Ein Problem für die Forschung sei insbesondere, dass viele Cannabis-Konsumenten auch Tabakprodukte rauchen und sich deshalb kaum auseinander halten lasse, woher mögliche gesundheitliche Effekte genau resultieren. Auch sei die Dosis des Konsums schwer festzustellen, da der Gehalt von Tetrahydrocannabinol (THC) sehr unterschiedlich ausfallen könne. Klar ist lediglich, dass gezüchtete Cannabisprodukte heute deutlich mehr THC enthalten, als es früher der Fall war. „Als fast gesichert kann die Induktion einer chronischen Bronchitis gelten“, besagt das Positionspapier. Unbehandelt kann eine chronisch-obstruktive Bronchitis dazu führen, dass die Lunge ihre Fähigkeit verliert, Sauerstoff aufzunehmen.

Erhöht Cannabis das Risiko für Lungenkrebs?

Im Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis seien auch kardiovaskuläre Ereignisse wie akute Koronar-Syndrome, periphere Gefäßerkrankungen und zerebrale Komplikationen bekannt. Das Positionspapier weist ebenfalls daraufhin, dass es „zwischen der Länge und Stärke der Cannabisexposition und einem erhöhten Lungenkrebsrisiko“ einen Zusammenhang geben könne, was andere Studien wiederum so nicht bestätigen würden.

Cannabis ist Zahlen des Drogen- und Suchtberichts 2015 der Bundesregierung zufolge die am weitesten verbreitete illegale Droge. Schätzungsweise 600. 000 erwachsene Personen würden einen missbräuchlichen oder abhängigen Cannabiskonsum aufweisen.

Der Cannabiskonsum in der Gruppe der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen erhöhte sich von 2011 bis 2014 von 2,8 auf 6,4 %, die Verbreitung des regelmäßigen Konsums von 0,2 auf 1,5 %. Im Jahr 2012 hat in Deutschland jeder dreizehnte Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren (7,8 Prozent) mindestens schon einmal im Leben Cannabis zu sich genommen. 5,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen konsumierten in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Cannabis; 1,3 Prozent davon regelmäßig.