Charité behält doch mehr als 3000 Betten

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Es ist noch einmal gut gegangen für die Charité. Um 300 Betten hätte die Klinik die Zahl ihrer Krankenhausbetten bis zum Jahresende eigentlich reduzieren sollen. Nun hat sich in der Politik der Wind gedreht.

Aufatmen an der Charité: Das Uniklinikum muss anders als ursprünglich geplant zunächst keine weiteren Betten abbauen. Deren Zahl soll mit insgesamt 3016 an drei Standorten ungefähr konstant bleiben. Das habe der Senat am Dienstag festgelegt, sagte Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) im Roten Rathaus. Die Vereinbarung werde in den Krankenhausplan für die Jahre 2016 bis 2020 übernommen. Dieser wird aktuell von Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) mit erarbeitet und soll dem Senat im Sommer vorgelegt werden.

Zwischen 2011 und 2013 wurden auf Senatsbeschluss mehr als 200 von ursprünglich 3213 Charité-Betten abgebaut. Weitere 300 sollten eigentlich 2015 folgen. Dieser Plan sei angesichts des gestiegenen Versorgungsbedarfs in der wachsenden Stadt nicht länger zu begründen, sagte Scheeres. Die Bettenzahl von insgesamt 3016 sei nötig, um die Forschungsleistung der Charité zu erhalten, etwa in Hinblick auf seltene Erkrankungen. Auch wirtschaftlich habe die Klinik eine Trendwende geschafft und zuletzt durch “harte Arbeit” schwarze Zahlen geschrieben.

Für die Charité-Mitarbeiter sei damit zunächst die Unsicherheit genommen, sagte der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei. Ein Bettenabbau bis zum Jahresende hätte ihm zufolge “drastische Maßnahmen” bedeutet. Frei kündigte an, die Standorte in Mitte, Wedding und Steglitz würden künftig jeweils besondere Schwerpunkte erhalten. So soll etwa am Campus Benjamin Franklin eine Fachabteilung für Altersmedizin mit 45 Betten entstehen. Auch ein universitäres Herzzentrum in Kooperation mit dem Herzzentrum Berlin (HZB) will man nach Angaben von Ulrich Frei auf den Weg bringen.

Den Gesamtbedarf an Krankenhausbetten in Berlin für die Jahre 2016 bis 2020 schätzte die Gesundheitsverwaltung im Sommer 2014 grob auf 22 000 – das wären etwa 1000 mehr als aktuell vorhanden. Der Zuwachs ist vor allem in der Altersmedizin geplant.

Text: dpa /fw

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