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Chirurgen setzen auf neues Robotersystem für Operationen

Seit wenigen Tagen kommt in der Asklepios Klinik Altona das neueste Modell des OP-Robotersystems "da Vinci" zum Einsatz. Der Roboter kann Spezialisten aus unterschiedlichen Fachrichtungen unterstützen, aber den erfahrenen Operateur nicht ersetzen.

Seit wenigen Tagen kommt in der Asklepios Klinik Altona das neueste Modell des OP-Robotersystems "da Vinci" zum Einsatz. Der Roboter kann Spezialisten aus unterschiedlichen Fachrichtungen unterstützen, aber den erfahrenen Operateur nicht ersetzen.

Präzise gleitet das Skalpell um das bösartige Gewebe und trennt es schließlich aus dem Kehlkopf. Schnell und unblutig verläuft das mit einer Kamera aufgezeichnete Prozedere. Was die Aufnahme, die HNO-Arzt Balazs Lörincz am Dienstag in der Asklepios Klinik Altona zeigt, dem Laien vorenthält: Das Skalpell liegt nicht in den Händen eines Chirurgen, sondern eines hochmodernen OP-Roboters. Im Einsatz ist das neueste Modell des OP-Robotersystems "da Vinci". Die Asklepios Klinik Altona hat das Hightech-Gerät vor wenigen Tagen in Betrieb genommen.

"Über die Konsole kann der Chirurg zwei der vier Roboter-Arme gleichzeitig bewegen", erklärt Lörincz, der die zwei Millionen teure Anschaffung gemeinsam mit weiteren Asklepios-Ärzten in den Räumlichkeiten der Klinik vorstellte. Einen der Arme, an dem eine Kamera befestigt ist, bewege der Chirurg mit einem Fußpedal. Auf Knopfdruck könne er die Steuerung an einen Kollegen an einer zweiten Konsole übergeben, erläutert der leitende Arzt für den Bereich Roboterchirurgie im Kopf- und Halsbereich.

Lörincz hat zuletzt als geschäftsführender Oberarzt der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Eppendorf mit dem Vorgängermodell gearbeitet. Die neue Gerätegeneration habe viele technische Errungenschaften. Besonders beeindruckt habe ihn die scharfe, dreidimensionale Sicht auf das Operationsfeld sowie die Wendigkeit der Greifarme. Am vergangenen Donnerstag hatte Lörincz die erste Operation mit "da Vinci Xi" in der Asklepios Klinik Altona durchgeführt.

Als "lebender Beweis" für den Erfolg der roboter-assistierten Behandlung ist Gregor Karpeljuk zur Präsentation gekommen. Am vergangenen Freitag wurde ihm ein Nierenkarzinom entfernt. Erst kurz vor der Operation hatte der 65-Jährige von der Möglichkeit des Roboter-Einsatzes erfahren. "Hätte ich das Gerät vor der OP zu Gesicht bekommen, vielleicht wäre meine Entscheidung anders ausgefallen", scherzt der Rentner beim Anblick des knapp eine Tonne schweren Roboters, stellt dann aber klar: "Man sollte der Person vertrauen, die das Gerät steuert."

Das kann der operierende Chirurg Prof. Christian Wülfing bestätigen. "Der Roboter wird den Menschen niemals in seiner Verantwortung ersetzen", betonte der Chefarzt Urologie. Ohnehin sei die Schulung für die roboter-assistierte Methode ohne langjährige Erfahrung im OP-Saal gar nicht möglich.

Hightech hat einen Preis: Neben der Anschaffung ist auch der Betrieb mit hohen Kosten verbunden, wie der Medizinische Direktor der Asklepios Kliniken, Prof. Christoph Herborn, bestätigt. Jede Operation mit dem neuen Roboter koste eine vierstellige Summe. Ob die Kosten in Zukunft anteilig von den Patienten getragen werden müssen, sei noch nicht entschieden, sagte Herborn.