Compliance aus Sicht des Tumorpatienten

Die Therapietreue von Patienten lässt nahezu bei jeder Erkrankung mit steigender Therapiedauer und zunehmender Nebenwirkungslast kontinuierlich nach. Auch Tumorerkrankungen bilden hiervon keine Ausnahme.

Stichwort Lebensqualität: Patienten möchten leben, aber nicht zu jedem erdenklichen Preis.

Die Therapietreue von Patienten lässt nahezu bei jeder Erkrankung mit steigender Therapiedauer und zunehmender Nebenwirkungslast kontinuierlich nach. Auch Tumorerkrankungen bilden hiervon keine Ausnahme. Ambulante Behandlungsregime, z. B. mithilfe von Tabletten für zuhause, geben den Patienten einerseits sehr viel mehr Freiheit, erschweren jedoch andererseits den Aufbau einer beiderseits unterstützenden Arzt-Patienten-Bindung – die Folge: weniger begleitendes Therapie-Management und mehr geforderte Selbstdisziplin des Patienten. Wären da nur nicht die Nebenwirkungen, welche die Lebensqualität stark beeinflussen können.

Für Patient und Arzt gleichermaßen wichtig, gilt es in erster Linie, die Therapie so erfolgreich wie möglich zu machen und die Nebenwirkungen zeitgleich so weit wie möglich zu reduzieren. Der Patient gewinnt dadurch im besten Fall mehr Lebenszeit – aber ebenso wichtig – ebenfalls mehr Lebensqualität.

Zu den Schlüsselfaktoren für die Patienten-Compliance zählen unter anderem:

Nebenwirkungen für den Patienten oft ernster

Interessant dabei ist, dass sich die Wahrnehmung von Nebenwirkungen und insbesondere die Einteilung nach Schweregrad zwischen Arzt und Patient häufig gravierend unterscheiden. Hierfür ein anschauliches Beispiel: Ein Patient beschreibt, dass er mit der neuen Medikation seither fast jeden Tag bis zu dreimal unter leichten Diarrhoen leidet. Der Arzt sieht hier keine schwere Nebenwirkungssymptomatik. Der Patient hingegen, der als Außendienstmitarbeiter für eine große Versicherung viel unterwegs ist, wird durch diese Episoden selbstverständlich in seiner Berufsausübung eingeschränkt. Für ihn geht damit gefühlte Lebensqualität verloren.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass Arzt und Patient nur sehr wenig Zeit miteinander haben, um überhaupt umfassend und ausgiebig über mögliche Symptome und das Befinden des Patienten sprechen zu können. Der Statistik zufolge bleiben für Beratung und Aufklärung von Patienten im Alltag circa 9,1 Minuten pro Patient. Dies bedeutet, dass Arzt und Patient, wenn beide theoretisch die gleiche Zeit für Nachfragen und Antworten zugestanden bekommen, jeder nur etwa 4,5 Minuten Zeit erhält! Wie in dieser kurzen Zeit wohl alle Grundlagen für eine sofortige und lang andauernde Therapietreue gelegt werden sollen?

Patientenorganisationen als Mittler

Eine große Bedeutung in der Unterstützung und Information der Patienten haben neben dem behandelnden Arzt vor allem die Patientenorganisationen. Diese geben den Patienten eine gemeinsame Stimme, empfehlen Zweitmeinungszentren oder vermitteln wertvolle Informationen z. B. zu Ärzten, Wechselwirkungen zwischen Therapieregimen, Komplementärmedizin und zur Bedeutung einer guten Therapie-Compliance.

Der Austausch und die Professionalisierung der Kommunikation zwischen Ärzten und Patientenvertretern sind in den vergangenen Jahren weiter gereift, sodass mittlerweile auch Patientenvertreter bzw. Patientenorganisationen regelmäßig in die Erstellung von Leitlinien aktiv mit einbezogen werden – ein Gewinn für beide Seiten, Arzt und Patient, aber längst nicht nur im Sinne einer verbesserten Therapietreue.

Quelle:
"TKIs in der Tumortherapie: überholt oder auf der Überholspur?" (Veranstalter: IPSEN Pharma), Patientenorganisation (B. Eberhardt), DGHO-Kongress, 30.09.2018, Wien

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