Cornelia Rundt spricht sich für mehr Beratung, aber gegen Impfpflicht aus

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Die Masernwelle in Berlin und anderen Bundesländern sorgt für Unruhe. Auch in Niedersachsen sind seit Jahresbeginn 31 Menschen an Masern erkrankt. Im Kampf gegen die gefährliche Infektionskrankheit setzt das Land auf Aufklärung statt auf Zwang.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt hat sich trotz der gestiegenen Zahl an Masern-Erkrankungen gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. Die SPD-Politikerin setzt vielmehr auf Aufklärung. So sei es sinnvoll, künftig alle Eltern, die ihr Kind in einer Kita anmelden, zu einer Impfberatung zu verpflichten, sagte Rundt der Deutschen Presse-Agentur. “Die ärztliche Beratung ist der richtige Weg, um gefährliche Krankheiten wie Masern zu eliminieren”, betonte die Ministerin. An diesem Mittwoch diskutieren Mediziner aus ganz Niedersachsen bei einer Tagung in Hannover über die Bedeutung des Impfschutzes.

In Berlin sind seit Beginn des Masernausbruchs im vergangenen Oktober mehr als 1100 Menschen erkrankt, etwa jeder vierte von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden. Auch in Sachsen und Thüringen ist die gefährliche Infektionskrankheit stark verbreitet. Das niedersächsische Landesgesundheitsamt registrierte seit Beginn dieses Jahres landesweit 31 Masernfälle. Zwischen Januar und dem 21. April 2014 waren es dagegen nur drei gemeldete Erkrankungen und im gesamten vergangenen Jahr elf Fälle.

Trotz der aktuellen Entwicklung ist die Gesundheitsministerin überzeugt davon, dass Masern und Röteln auch ohne Impfzwang aus Deutschland verschwinden werden. “Dies zeigen auch die Erfahrungen in Niedersachsen. Der letzte große Masernausbruch wurde 2003 beobachtet”, sagte Rundt. Unter den Eltern im Land gibt es immer weniger Impfverweigerer. Nach den Daten der Schuleingangsuntersuchung waren 2014 in Niedersachsen 97,0 Prozent der Jungen und Mädchen mindestens einmal und 94,2 Prozent zweimal gegen Masern geimpft.

Der Präsident des Landesgesundheitsamtes in Hannover, Matthias Pulz, sagte: “Die Impfquote bei der Schuleingangsuntersuchung ist nicht das Problem. Das Problem haben wir bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen.” Notwendig sei eine bessere Aufklärung in den Schulen und Betrieben. “Niedergelassene Ärzte, Krankenkassen und Gesundheitsbehörden könnten beim Thema Impfberatung noch enger zusammenarbeiten”, meinte Pulz.

In einigen europäischen Ländern wie in Bulgarien, Serbien oder Ungarn gibt es eine Impfpflicht gegen Masern. Doch der Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes hält nichts von Zwang: “Meine große Sorge bei einer Impfpflicht wäre, dass sie ein bürokratisches Monster wird.”

Text und Foto: dpa /fw

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