Darmbakterien als Ansatzpunkt für Therapien

Das Ziel, das Mikrobiom als Angriffspunkt für eine gezieltere Therapie und Diagnose zu nutzen, steht beispielhaft für die übergreifende Idee, verschiedene chronische Entzündungserkrankungen zukünftig individueller und gezielter, also noch präziser, zu behandeln.

Zukünftig Stoffwechselprodukte als Biomarker einsetzen

Das Ziel, das Mikrobiom als Angriffspunkt für eine gezieltere Therapie und Diagnose zu nutzen, steht beispielhaft für die übergreifende Idee, verschiedene chronische Entzündungserkrankungen zukünftig individueller und gezielter, also noch präziser, zu behandeln. 

Bei Menschen mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcera bekämpft das Immunsystem Teile des eigenen Körpers, was zu einer chronischen Entzündung des Magen-Darm-Trakts führt, die in Schüben immer wieder aufflammt. Die Betroffenen leiden unter chronischem Durchfall, Fieber und Schmerzen, sowie psychischen Belastungen. In Deutschland sind rund 320.000 Menschen betroffen, eine Heilung gibt es bisher nicht.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten der Erkrankung spielt offenbar das Darmmikrobiom. Darauf weisen mittlerweile zahlreiche wissenschaftliche Studien hin. Aber welche spezifischen Darmbakterien hier entscheidend sind und welche molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung zugrunde liegen, ist noch weitestgehend unverstanden. Das will die neue Forschungsgruppe "miTarget: Das Mikrobiom als therapeutisches Target bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen" in Kiel nun ändern. 

Vielversprechender Ansatzpunkt für eine gezielte Therapie und frühere Diagnose

"Die Darmbakterien und die Stoffwechselprodukte, die diese herstellen oder weiterverarbeiten, haben einen großen Einfluss auf Gesundheit und Krankheit – insbesondere in Bezug auf Darmentzündungen. Daher bieten sie einen vielversprechenden Ansatzpunkt für eine gezielte Therapie und eine frühere Diagnose, bevor die ersten Symptome auftreten“, erklärte Prof. Andre Franke, Sprecher der neuen Forschungsgruppe miTarget.

Bei CED-Patientinnen und -Patienten ist die Zusammensetzung des Darmmikrobioms anders als bei Gesunden. Die Diversität der Mikroben ist bei ihnen im Vergleich verringert. Auch die Zusammensetzung von Stoffwechselprodukten, die diese Mikroorganismen herstellen oder weiterverarbeiten, ist verändert. Im Rahmen des miTarget-Projekts wollen die Forschenden diese Veränderungen genauer analysieren und bestimmte Muster in diesen Veränderungen finden, die spezifisch für die Entstehung der chronischen Darmentzündungen sind. Damit wollen sie Biomarker, also zum Beispiel messbare Merkmale des Stoffwechsels, identifizieren, anhand derer Ärztinnen und Ärzte zukünftig schon vor dem Auftreten erster Symptome vorhersagen können, ob eine Person eine Darmentzündung entwickeln wird oder nicht.

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