Darmkrebs: Vitamin D hilft dem Immunsystem im Kampf gegen Kolonkarzinome

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Forscher des Dana-Farber Cancer Institute haben in einer neuen Studie (DOI:10.1136/gutjnl-2014-308852) zeigen können, dass Vitamin D dem Körper helfen kann, Kolonkarzinome zu bekämpfen, in dem es das Immunsystem ankurbelt.

Die im englischen Wissenschaftsjournal Gut(Deutsch: Magen) veröffentlichte Studie trägt zu einem wachsenden Forschungsbereich bei, indem sie zum ersten Mal anhand einer großen Population einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und der Immunantwort auf Krebszellen herstellt.

Darmkrebs ist derzeitig weltweit gesehen die dritthäufigste Krebsart und steht an vierter Stelle der krebsbedingen Todesursachen. In Deutschland erkrankten 2014 schätzungsweise knapp 65.000 Menschen an Darmkrebs, in den USA steht die Krebsart bereits an zweiter Stelle der Krebsstatistik, 2011 starben über 50.000 Menschen daran.

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das mit der Nahrung aufgenommen und durch Sonnenlichtexposition von Körper selbst synthetisiert wird. Seine Bedeutung liegt vor allem im Kalzium- und Knochenstoffwechsel zudem wird ihm aber auch eine protektive Wirkung zugeschrieben – in einigen Studien wurde Vitamin D mit einem geringeren Risiko für Multiple Sklerose, Asthma und Myokardinfarkten in Zusammenhang gebracht.

Immunsystemstärkung und Krebsrisiko

Auch gibt es bereits Forschung, die Tendenzen bezüglich eines präventiven Effekts von Vitamin D gegenüber der Entwicklung von Darmkrebs zeigen konnte. Dr. Shuji Ogino, Senior-Autor des veröffentlichten Artikels, sagt, dass Menschen mit hohen Vitamin D Werten im Blut ein geringeres Risiko hätten, an einem Kolonkarzinom zu erkranken. Durch Laborversuche lässt sich vermuten, dass Vitamin D das Immunsystem durch die Aktivierung von T-Zellen ankurbelt, die dann in der Lage sein, die Krebszellen anzugreifen.

Mit dieser Studie wollen die Forscher herausfinden, ob die Rolle von Vitamin D auf das Immunsystem für die geringere Rate an Darmkrebserkrankungen bei Menschen mit hohen Vitamin-D-Konzentrationen verantwortlich sein kann.

Für die Studie haben die Forscher Daten von 170.000 Teilnehmern aus zwei Langzeitstudien ausgewertet (Nurses’ Health Study, Health Professional Follow-Up Study) mit der Hypothese, dass Tumore, die bei Patienten mit einem hohen Vitamin-D-Level entstehen, resistenter gegenüber dem Immunsystem sein, als diejenigen, die bei Patienten mit niedrigem Level beobachtet werden.

Insgesamt wurden 942 Probanden eingeschlossen, davon 318 mit Kolonkarzinom und 624 Gesunde. Da jedem Studienteilnehmer in den 1990er Jahren eine Blutprobe entnommen wurde, bevor die ersten Probanden erkrankten, konnten die Proben auf den prognostischen Wert von 25-Hydroxy-Vitamin-D [25(OH)D] im Blut untersucht werden. Die Forscher konnten zeigen, dass Patienten mit einem höheren 25(OH)D-Wert ein unterdurchschnittliches Risiko für Kolonkarzinome, die mit Immunzellen angereichert waren, hatten. 

Vitamin-D-Werte hoch– Darmkrebsrisiko runter?

Laut Dr. Ogino ist dies die erste Studie, die Ergebnisse zur anti-kanzerösen Funktion von Vitamin D bei Patienten zeigt. Allerdings geben die Autoren zu, dass auch andere Variablen einen Einfluss auf die Ergebnisse haben könnten, die nicht von ihnen gemessen wurden. Deshalb müsse das Ergebnis in weiteren Studien überprüft und repliziert werden, um eine genauere Aussage zu treffen.

Eine vorherige Studie am Dana-Farber Cancer Institut unter der Leitung von Dr. Kimmie Ng hat bereits beobachtet, dass Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom und höheren Vitamin-D-Werten länger überlebten als diejenigen mit niedrigeren Werten.

Dr. Ogino schlussfolgert, dass wir in Zukunft eventuell voraussagen können, in wieweit sich durch die gesteigerte Aufnahme von Vitamin D die individuelle Immunfunktion modulieren und dadurch das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, senken lässt.

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