Das Rheuma-Bus-Projekt: Patientenversorgung in ländlichen Regionen

Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis werden immer häufiger. In einem österreichischen Projekt wurde die rheumatologische Versorgung in ländlichen Regionen genauer untersucht. Die Ergebnisse wurden nun veröffentlicht.

Ohne rechtzeitige Behandlung drohen irreversible Gelenkschäden

Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis werden immer häufiger, doch nicht überall ist die medizinische Infrastruktur ausreichend darauf ausgerichtet. Das zeigt ein österreichisches Projekt, in dem die rheumatologische Versorgung in ländlichen Regionen genauer untersucht wurde. Die Ergebnisse wurden nun kürzlich veröffentlicht.

Rheumatologische Erkrankungen können in allen Altersgruppen auftreten und zu teilweise erheblichen Einschränkungen in der Lebensqualität der Betroffenen führen. Vor allem degenerative und chronisch entzündliche Erkrankungen der Gelenke sind häufig mit anhaltenden Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und einem hohen Leidensdruck verbunden.

Besonders Krankheiten mit entzündlichen Komponenten wie die rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis oder ankylosierende Spondyloarthritis können unbehandelt schnell voranschreiten. Gerade in diesem Patientenkollektiv ist daher eine möglichst frühzeitige Diagnose und die Einleitung einer wirksamen Therapie von großer Bedeutung, um irreversible Gelenkschäden zu vermeiden.

Der Rheuma-Bus: Bestandsaufnahme der ländlichen Patientenversorgung

Den Autoren zufolge setzt sich eine gute rheumatologische Versorgung aus mehreren Faktoren zusammen:

Vor diesem Hintergrund hat die Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie zusammen mit der Österreichischen Rheumaliga eine Initiative gegründet: den Rheuma-Bus. Ziel des Projektes ist es, die Versorgung rheumatologischer Patienten in ländlichen Regionen zu analysieren und langfristig zu verbessern. Der Rheuma-Bus hielt während des Projekts in 16 Städten, wo Patienten die Möglichkeit hatten, ein interdisziplinäres Team zu konsultieren. Insgesamt 17 erfahrene Rheumatologen nahmen zusammen mit Physiotherapeuten, wissenschaftlichen Mitarbeitern und freiwilligen Helfern an dem Projekt teil.

Fast jeder 6. Patient hatte noch nie einen Arzt wegen der Beschwerden aufgesucht

Das Projekt dauerte eine Woche. Pro Tag wurden dabei durchschnittlich mehr als 129 Patienten untersucht. Insgesamt nahmen 647 Patienten die Möglichkeit wahr. Die Ergebnisse der Auswertung zeigten, dass sich etwa 50% der Betroffenen wegen ihrer rheumatischen Erkrankung in hausärztlicher Behandlung befanden. Ca. 15% wurden von einem Orthopäden betreut, rund 33% von einem Rheumatologen und etwa 13% von anderen Spezialisten. 17% der Teilnehmer hatten vorher noch nie einen Arzt wegen ihrer Beschwerden aufgesucht. Bei etwas über 4% der Betroffenen wurde im Rahmen des Rheuma-Bus-Projektes eine entzündlich-rheumatische erstmalig diagnostiziert.

Fazit: Krankheitsverständnis muss weiter gefördert werden

Die Ergebnisse machen den Autoren zufolge deutlich, dass die Sensibilisierung in der Bevölkerung für typische Symptome im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung und das Krankheitsverständnis dringend erhöht werden müssen. Fast jeder sechste Patient hatte wegen seiner Beschwerden keinen Arzt aufgesucht, demnach konnte in diesen Fällen in weiterer Folge auch keine adäquate Behandlung eingeleitet werden. Im Vergleich zu einer ähnlichen Untersuchung aus dem Jahr 2005 sei diese Zahl zwar gesunken, trotzdem müsse das Krankheitsverständnis vor allem in ländlichen Regionen weiter gefördert werden.

Insgesamt wurde das Rheuma-Bus-Projekt von den Betroffenen sehr positiv wahrgenommen. 85% der Teilnehmer waren sehr zufrieden (Grad 1) und 13% waren zufrieden (Grad 2).

Quelle:
Puchner R, Schaffer G, Sautner J, Alkin A, Machold K, Stamm T. Rheumatological care in rural areas : The Rheuma-Bus project 2018. Wien Klin Wochenschr. 2021 Feb;133(3-4):131-136.

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