Neue Datenbank für effektivere Krebsbehandlung

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Krebs zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Berlin und Brandenburg wollen die tückische Krankheit künftig gemeinsam erfolgreicher bekämpfen. Dabei soll bald eine aufwendige Datensammlung helfen.

Berlin und Brandenburg wollen Krebserkrankungen künftig gemeinsam effektiver bekämpfen. Dazu schlossen die Länder am Dienstag einen Staatsvertrag für ein gemeinsames klinisches Krebsregister, teilten Staatskanzlei und Senatskanzlei am Dienstag mit. Ziel der Kooperation ist vor allem eine bessere Versorgung der Patienten. Starten soll das Register zum ersten Juli, wenn beide Länderparlamente zustimmen. Der Berliner Senat und das Brandenburger Kabinett haben bereits grünes Licht für den Staatsvertrag gegeben.

In dem neuen Register sollen Informationen zu Krebsdiagnosen, Behandlungen und Nachsorge aus beiden Bundesländern gesammelt und ausgewertet werden. Dabei geht es neben der Qualität der Therapien auch um die Überlebenszeiten der Patienten, ihre tumorfreie Zeit, Rückfälle und Lebensqualität.

Das Register liefere nicht nur wertvolle Informationen für die individuelle Behandlung, die zum Beispiel bei Tumorkonferenzen genutzt werden könnten, erläuterte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). Möglich seien auch Aussagen zur Versorgungsqualität und zu den Erfolgen verschiedener Behandlungsmethoden.

Krebs ist zweithäufigste Todesursache in Deutschland

Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. In Berlin erkranken pro Jahr rund 17 400 Menschen neu, rund 8800 sterben jedes Jahr an den Folgen. In Brandenburg sind es nach Angaben der Behörden rund 15 400 Neuerkrankungen und 7800 Todesfälle pro Jahr. Die häufigsten Krebserkrankungen sind bei Männern bundesweit Prostatakrebs, Lungenkrebs und Darmkrebs. Bei Frauen sind es Brust-, Darm- und Lungenkrebs.

Durch verbesserte Diagnose- und Therapieverfahren überleben nach Angaben der Gesundheitsbehörden inzwischen 59 Prozent der Männer und 64 Prozent Frauen ihre Krebserkrankung um mindestens fünf Jahre. Ende der 1980er Jahre waren es lediglich 27 Prozent aller Männer und 41 Prozent aller Frauen. Die Überlebensraten seien dank verbesserter Früherkennung, Diagnostik und Therapie enorm gestiegen, sagte Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke). Mit dem gemeinsamen klinischen Krebsregister solle die Qualität der Versorgung nun weiter verbessert werden.

Alle Bundesländer müssen bis Ende 2018 solche Datensammlungen aufbauen. Nur Berlin und Brandenburg haben sich dafür zusammengetan. Brandenburg hat bereits seit 1995 ein flächendeckendes klinisches Krebsregister, für Berlin ist es neu. Den Löwenanteil der Kosten tragen nun die Krankenkassen und zu jeweils 10 Prozent die beiden Länder. In Berlin werden die Gesamtkosten für den Aufbau auf rund 775 000 Euro geschätzt. Das gemeinsame Register hat seine Zentrale als Tochter der Landesärztekammer im Land Brandenburg. Es gibt aber auch dezentrale Erfassungsstellen.

Berlin, Brandenburg und andere ostdeutsche Bundesländer führen bislang bereits das Gemeinsame Krebsregister. Es zeigt aber allein, welche Krebsart wo vorkommt und wie oft. Für bessere Behandlungen lassen sich daraus wenig Schlüsse ziehen.

Text: dpa /fw

Foto: Pressmaster / Shutterstock.com

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