Den Hausärztenachwuchs besser fördern

Eberhard Mehl, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hausärzteverbands, über Möglichkeiten, vom Ausland zu lernen und Chancen der hausarztzentrierten Versorgung esanum: Herr Mehl, was sind Ihre Erwart

Eberhard Mehl, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hausärzteverbands, über Möglichkeiten, vom Ausland zu lernen und Chancen der hausarztzentrierten Versorgung

esanum: Herr Mehl, was sind Ihre Erwartungen an den 1. Internationalen Hausärztetag?

Mehl: Wir hoffen, dass wir mit dem 1. Internationalen Hausärztetag noch einmal so richtig die Aufmerksamkeit auf die Primärversorgung in Deutschland lenken – und das auch mit Hilfe unserer ausländischen Kollegen, so dass wir deutlich machen, dass Hausärzte der elementare Bestandteil unserer Versorgung sind. Nicht nur hier, sondern auch in der Schweiz, Österreich, und all unseren europäischen Nachbarländern.

esanum: Inwiefern kann der Blick über unsere Landesgrenzen hinaus helfen, drängende Probleme in der hausärztlichen Versorgung in Deutschland zu lösen?

Mehl: Wir haben in Deutschland einen sehr großen Mangel an Nachwuchs. Diesen Mangel werden wir nur dann beheben können, wenn wir uns ganz zielorientiert am Ausland orientieren. Wir brauchen an jeder deutschen Fakultät das Fach Allgemeinmedizin. Der Hausärztenachwuchs muss gefördert werden. Das können wir zum Beispiel unglaublich gut von unseren holländischen Nachbarn lernen. Wir können weiterhin lernen, wie man besser mit modernen Techniken umgeht. Ein Beispiel sehen wir gerade jetzt: Wir brauchen Patientenakten, wir brauchen eine bessere technologische Verbindung zwischen Hausärzten und unseren Verahs (Vorsorgungsassistentin in der Hausarztpraxis, die Redaktion)
damit wir dort zielgerichteter agieren können. Ein exzellentes Modell ist das Despensea Recht in der Schweiz. Dort kann der Arzt beim Hausbesuch dem Patienten Arzneimittel geben, das brauchen wir. Solche Erfahrungen aus dem Ausland, die sich bewährt haben, müssen wir auch in Deutschland einführen.

esanum: Welche Rolle kann dabei die hausarztzentrierte Versorgung einnehmen?

Mehl: Sie spielt dabei die Kernrolle. Die hausarztzentrierte Versorgung ist neu in der deutschen Landschaft. Wir haben sie seit acht Jahren aufgebaut, und nun ist sie so weit, dass sie flächendeckend aktiv werden kann. Diese neuen Elemente wie zum Beispiel eine bessere Technologie im Hausbesuch oder die Delegation der Versorgungsassistentin – das ist zurzeit nur möglich in den Hausarztverträgen. Deswegen brauchen wir die hausarztzentrierte Versorgung, damit wir neue, innovative Strukturen in Deutschland einführen, so dass die Primärversorgung dauerhaft in Deutschland gesichert bleibt.
Foto: ©Georg Lopata

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