Depressionen bei PTBS mit Cannabis bekämpfen?

Könnte bei PTBS-PatientInnen Depressionen und Selbstmordgedanken durch Cannabis entgegengewirkt werden? Das Ergebnis einer kanadischen Studie auf diese Frage lautet "ja".

Keine Unterschiede zu Personen ohne PTBS bei Cannabis-Konsum

Könnte bei PTBS-PatientInnen Depressionen und Selbstmordgedanken durch Cannabis entgegengewirkt werden? Das Ergebnis einer kanadischen Studie auf diese Frage lautet "ja".

Ein kanadisches Forschungsteam wertete im Zuge neuer Untersuchungen Daten aus einer nationalen Umfrage aus dem Jahr 2012 aus, die sich mit dem Thema "mentale Gesundheit" befasste. Die für die aktuellen Untersuchungen berücksichtigten Daten beinhalteten Angaben von über 24.000 KanadierInnen, die mindestens 15 Jahre alt waren.

Die Auswertung ergab, dass PTBS-PatientInnen, die laut Eigenangaben innerhalb der vergangenen zwölf Monate kein Cannabis konsumiert hatten, wesentlich häufiger Depressionen und Selbstmordgedanken empfanden als Betroffene, die die Substanz nutzten. Michael J. Milloy, der leitende Studienautor, merkte an: "Das sind sehr vielversprechende Ergebnisse. Sie regen dazu an, sich endlich ausführlicher mit den Vorteilen von Cannabis für PTBS-PatientInnen zu befassen."

Höchste PTBS-Raten in Kanada und USA

Kanada und die USA weisen global betrachtet die höchsten PTBS-Raten auf. Laut früheren Forschungsergebnissen erleiden 9,2% der kanadischen und 7,2% der US-amerikanischen Bevölkerung im Leben eine posttraumatische Belastungsstörung.

Stephanie Lake, die leitende Studienautorin, hierzu: "Die Behandlungsoptionen bei PTBS sind bislang stark eingeschränkt. Viele Patientinnen und Patienten greifen auf Cannabis zurück, um ihre Symptome zu lindern."

7,2-mal häufiger Depressionen und 4,8-mal häufiger Selbstmordgedanken bei PTBS

Die ForscherInnen stellten fest, dass unter allen untersuchten Personen 28,2% der PTBS-PatientInnen binnen der letzten zwölf Monate Cannabis konsumierten, während 11,2% der untersuchten Personen ohne PTBS die Substanz zu sich nahmen.

Im Hinblick auf alle untersuchten Personen, die kein Cannabis konsumierten, stellten die ForscherInnen fest, dass PTBS-PatientInnen im Vergleich zu ProbandInnen ohne die Störung 7,2-mal häufiger depressive Phasen und 4,8-mal häufiger Selbstmordgedanken aufwiesen. Bei StudienteilnehmerInnen, die Cannabis zu sich nahmen, konnten die WissenschaftlerInnen allerdings keinen Unterschied zwischen Personen mit und ohne PTBS feststellen.

Mehr Schwerpunktforschung zu therapeutischem Nutzen von Cannabis erforderlich

Daher kam das Forschungsteam zu der Schlussfolgerung, dass die Umfrageergebnisse deutliche Beweise dafür lieferten, dass Cannabis einen enormen Beitrag dazu leisten könnte, die Verbindung von PTBS zu schweren Depressionen und Selbstmordgedanken zu kappen.

Aus diesem Grund sahen die ForscherInnen das dringende Bedürfnis, in umfangreichen experimentellen Studien die Wirksamkeit der Nutzung von Cannabis gegen PTBS deutlicher herauszuarbeiten. Professor Milloy schloss ab: "Wir stehen noch ziemlich am Anfang, das volle Ausmaß therapeutischer Wirksamkeit von Cannabis zu begreifen."

Quelle:
Lake S et al., Does cannabis use modify the effect of post-traumatic stress disorder on severe depression and suicidal ideation? Evidence from a population-based cross-sectional study of Canadians. Journal of  Psychopharmacology 2019; https://doi.org/10.1177/0269881119882806

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