Depressionen für alle - Athleten genauso betroffen wie Nicht-Sportler

Sobald sportliche Aktivität in den Leistungssportbereich geht, schützt sie nicht mehr vor Depressionen. Leistungssportler sind von Erkrankungen genauso betroffen wie jene, die überhaupt keinen Sport treiben.

Sport ist gesund – bis zu einem bestimmten Punkt

Sobald sportliche Aktivität in den Leistungssportbereich geht, schützt sie nicht mehr vor Depressionen. Leistungssportler sind von Erkrankungen genauso betroffen wie jene, die überhaupt keinen Sport treiben.

In einer neuen Studie der University of Portsmouth wurden erstmals Symptome von Depressionen an Hochleistungsathleten und Nicht-Sportlern untersucht und verglichen. Es zeigte sich, dass Leistungssportler weder höhere noch niedrigere Anfälligkeit für Depressionen zeigen. Dazu untersuchte Dr. Paul Gorczynski vom Department of Sport and Exercise Science in Portsmouth 1545 Athleten und 1811 Nicht-Athleten:

“Diese Studie ist deswegen so wichtig, weil sie zeigt, dass unsere bisherige Auffassung, Sport würde das Risiko auf Depressionen senken, nicht zutrifft. Zumindest ist das beim Hochleistungssport eindeutig nicht der Fall. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Leistungssportler an Depressionen leiden können: der Beanspruchung im Training und bei Wettkämpfen, Verletzungsrisiken, Behandlung nach Verletzungen oder schlichtweg der Druck, gewinnen zu müssen. Einige Athleten, z. B. Turner, sind anfällig für Essstörungen oder den Missbrauch von Supplementen, weil sie einem bestimmten ästhetischen Image entsprechen müssen. Auch ein plötzliches Karriereende aufgrund einer Verletzung kann zu Depressionen führen. Es ist ganz klar, wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Leistungssportler einem erhöhten Risiko für mentale Erkrankungen ausgesetzt sind. Es ist dringend erforderlich, Athleten ein Umfeld zu schaffen, dass sie weniger unter Druck setzt. Da sind die Sportler, Trainer, Sponsoren und Organisationen gefragt. Sie alle müssen ihren Beitrag leisten, um Depressionen zu entstigmatisieren und Betroffenen Zugang zu Therapien zu ermöglichen.“

Die Forscher nutzen insgesamt fünf Studien aus dem Iran, der Schweiz, Deutschland und den USA, die Daten von Sportlern im Alter von 12-41 Jahren (davon 54 Prozent weiblich) und Nicht-Sportlern im Alter von 12-81 Jahren (davon 52 Prozent weiblich) beinhalteten. Bei beiden Gruppen traten Symptome von Depressionen bei Frauen doppelt so häufig auf wie bei Männern. Obwohl dies darauf hindeute, dass Frauen in dem Bereich mehr Hilfe benötigen, dürfe man nicht außer Acht lassen, dass die Tendenz, dass Männer ihre Symptome selbst anzeigen, um einiges geringer sei, so Dr. Gorczynski. Demnach können Daten, die auf Selbstanzeigen beruhen, nur ein limitiertes Gesamtbild abgeben.

“Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine gewisse Anzahl von Athleten ihre Symptome nie zugeben würden, da sie eine Stigmatisierung fürchten und als mental stark gelten wollen. Allerdings trifft diese Beobachtung auch auf Nicht-Sportler zu. Wir wollen in Zukunft weitere Studien durchführen, bei denen wir gezielt Symptome von Depressionen untersuchen, anstatt auf Selbstauskünfte von Teilnehmern zu setzen.“

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