Deutsches Staatsexamen für ausländische Ärzte gefordert

Jeder siebte berufstätige Mediziner in Niedersachsen stammt aus dem Ausland. Die Chefin der Landesärztekammer warnt davor, sich angesichts des Fachkräftemangels auf Zuwanderer zu verlassen. Das Gesundheitsministerium sieht dagegen keinen Änderungsbedarf.

Wenker fordert Staatsexamen auch für Mediziner aus dem Ausland

Jeder siebte berufstätige Mediziner in Niedersachsen stammt aus dem Ausland. Die Chefin der Landesärztekammer warnt davor, sich angesichts des Fachkräftemangels auf Zuwanderer zu verlassen. Das Gesundheitsministerium sieht dagegen keinen Änderungsbedarf.

Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen hat das deutsche Staatsexamen für ausländische Mediziner gefordert, die in Deutschland tätig werden wollen. Die derzeitige Prüfung für Bewerber aus dem Nicht-EU-Ausland sei "hinsichtlich der Sicherheit der Entscheidung und somit des Schutzes der Patienten nicht ausreichend", sagte Kammerchefin Martina Wenker am Montag. NDR 1 Niedersachsen hatte als erstes über Wenkers Forderung berichtet. Aktuell sei die Anerkennung von Ausbildungsnachweisen in den Bundesländern unterschiedlich geregelt, notwendig sei aber eine bundesweit einheitliche Lösung, betonte die Präsidentin.

Bundesweit hat sich die Zahl der ausländischen Ärzte innerhalb von sieben Jahren mehr als verdoppelt. 2016 zählte die Bundesärztekammer 41.658 berufstätige ausländische Ärzte, das waren elf Prozent der Ärzteschaft. In Niedersachsen ist derzeit sogar etwa jeder siebte berufstätige Arzt Ausländer. Viele sind in Provinz-Krankenhäusern angestellt. Das Borromäus-Hospital im ostfriesischen Leer etwa wirbt gezielt spanischsprachige Mediziner an. Im Krankenhaus von Holzminden sind vor allem Ärzte aus Osteuropa tätig. Die meisten ausländischen Ärzte insgesamt sind Syrer, gefolgt von Rumänen, Russen und Iranern.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann lehnt eine Verschärfung der bisherigen Regelungen ab. "Aufgrund des Bedarfs an Ärztinnen und Ärzten in Niedersachsen ist die Integration ausländischer Medizinerinnen und Mediziner von großer Bedeutung, speziell auch hinsichtlich der Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen", sagte die SPD-Politikerin am Montag. Die derzeitigen Anerkennungsregelungen bezeichne auch die Bundesregierung als gelungen, zudem seien Bund und Länder im ständigen Austausch, um eventuelle Schwierigkeiten in den Verfahren zu lösen.

Von den knapp 4600 in Niedersachsen tätigen ausländischen Medizinern stammen etwa 930 aus der Europäischen Union. Weil Arbeitnehmer innerhalb der EU ihren Arbeitsplatz frei wählen können, erfolgt bei ihnen die Anerkennung des Medizinstudiums quasi automatisch.

Das Anerkennungsverfahren der Abschlüsse von Nicht-EU-Bürgern ist dagegen kompliziert und dauert in der Regel mehrere Jahre. Es umfasst unter anderem eine Kenntnisprüfung sowie eine fachsprachliche Prüfung. Zuständig ist der Niedersächsische Zweckverband zur Approbationserteilung (Nizza). Im vergangenen Jahr gab es 783 fachsprachliche Prüfungen, nur 54,5 Prozent der Bewerber absolvierten sie erfolgreich. Bis Oktober 2017 wurden landesweit 334 Approbationen und 732 beschränkte Berufserlaubnisse erteilt.

Ärztekammerpräsidentin Wenker sagte: "Wenn wir das deutsche Staatsexamen für alle fordern, müssen wir aber auch sicherstellen, dass die ausländischen Bewerber entsprechend gefördert werden." In erster Linie sollten Bund und Länder endlich mehr Medizinstudienplätze schaffen. Es gebe genügend Menschen in Deutschland, die Arzt werden wollten. Es sei keine Lösung, aus ärmeren Ländern Mediziner abzuwerben, sagte sie.

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