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DGKJP fordert bessere psychische Versorgung von Kindern

Die politische Dimension der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie.

Die politische Dimension der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie. 

20 Prozent aller Kinder in Deutschland sind psychisch auffällig, 5 Prozent gelten als krank – die Zahlen sind nicht neu. Doch Prof. Tobias Banaschewski, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie, -Psychosomatik und –Psychotherapie (DGKJP) betont: "Die Versorgung dieser Kinder muss grundsätzlich verbessert werden. Dazu gehört auch eine strukturelle Förderung von Forschungsprojekten, unbeeinflusst von Interessensgruppen." Bislang werden die meisten Untersuchungen zeitlich befristet und auf Projektebene gefördert. "Das führt unter Umständen dazu, dass ganze Kohortenuntersuchungen nicht beendet werden können, weil der Förderzeitraum ausläuft – und dass obwohl es vielleicht sinnvoll wäre, genau an dieser Stelle weiter zu forschen."

Die Förderung nach staatlicher Finanzierung von etwa der Entwicklung von Leitlinien zu Diagnostik und Therapie bestimmter Erkrankungen sollte am 23. März der Auftakt zu einer sehr politischen Pressekonferenz der DGKJP im Rahmen des Bundeskongresses werden. Prof. Renate Schepker, Fachliche Kinder-und Jugendpsychiatrie-Leitung am ZfP Südwürttemberg und Vorstandsmitglied der DGKJP, präsentierte dort die Wahlprüfsteine der Fachgesellschaft anlässlich der Bundestagswahl im September. "Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie ist noch kein Pflichtfach in der Medizinerausbildung – das sollte geändert werden", sagt sie. Diesem Umstand sei es geschuldet, dass sich das Fach aktuell einem großen Nachwuchsproblem gegenüber sieht. Das ist auch ein Grund dafür, dass die DGKJP sich bessere Teilzeitmöglichkeiten auch in leitenden medizinischen Positionen wünscht. "Wir sind ein sehr weibliches Fach", sagt Prof. Schepker. "Auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss verstärkt Wert gelegt werden." Auch die Frage nach der Versorgung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen wird in den Wahlprüfsteinen gestellt, die alle Parteien zugeschickt bekommen haben. Sie sollten, so heißt es in der Stellungnahme der DGKJP "sämtlich einheitliche Ansprüche auf Gesundheitsfürsorge einschließlich Psychotherapie erhalten".

Dem Schicksal traumatisierter Kinder hat sich auch Prof. Heiner Fangerau (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) in einer aktuellen Arbeit gewidmet – allerdings liegen seine Fälle 70 Jahre zurück. In dem neuen, beim Kongress vorgestellten Buch analysiert der Medizin-Historiker im Verbund mit Kolleginnen und Kollegen die Gründung der Fachgesellschaft. "Der Vorläufer der heutigen DGKJP wurde 1940 gegründet. Mitten im Krieg vor dem Hintergrund der gleichzeitigen Ermordung von Kindern und Jugendlichen in der so genannten NS-Euthanasie. Die Heilbaren sollten geheilt, die anderen Kinder vernichtet werden." Auch in den ersten Nachkriegsjahren hätten die Verantwortlichen keinen Hehl aus ihrer eugenischen Orientierung gemacht. Erst in den 70er Jahren sei schließlich anerkannt worden, dass Kinder auch durch Traumatisierungen krank werden können. "Vorher war dafür kein Blick da, die Erblichkeit dominierte" Dass traumatischen Erlebnisse beispielsweise durch Vertreibung und Krieg mit ihren psychischen Folgen zum Teil über Generationen hinweg weitergegeben worden seien, unterstreiche in aller Deutlichkeit die Verantwortung der heute tätigen Kinder- und Jugendpsychiater und -Therapeuten in Hinblick auf traumatisierte Flüchtlinge unserer Zeit, sagt Prof. Fangerau.

Dr. Christine Bergmann, frühere Bundesfamilienministerin dazu: "Es geht um die Anerkennung, dass andere Schuld an dem Erlebten sind, und nicht die Kinder selbst." Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Politik sei auch deshalb sehr wichtig, betont sie. In ihrer Zeit als Unabhängige Beauftragte für Fragen des Sexuellen Kindesmissbrauchs habe sie sich häufig mit der DGKJP über aktuelle Fragen ausgetauscht. "Ich hoffe, dass Kinderrechte in der Verfassung festgehalten werden", sagt sie. "Nicht geschlagen zu werden ist nicht einfach nur eine Nettigkeit von Erwachsenen." Prof. Renate Schepker bringt es abschließend und aus fachlicher Sicht auf den Punkt: "Da, wo Kinder von der Politik vernachlässigt werden, dürfen wir die Scherben zusammenkehren."