DGRh: Höhere Akzeptanz gegenüber DiGAs durch Corona

Seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie nutzen Patientinnen und Patienten sowie Rheumatologinnen und Rheumatologen vermehrt digitale Gesundheitsanwendungen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie ist die Einstellung gegenüber DiGAs positiver geworden.

Sinnvolle Rolle beim Management rheumatologischer Erkrankungen

Seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie nutzen PatientInnen und RheumatologInnen vermehrt digitale Gesundheitsanwendungen. Wie AutorInnen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) in einer aktuellen Studie publiziert haben, hat sich eine positive Einstellung gegenüber digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) während der Pandemie verbreitet. Die AutorInnen folgern, dass DiGAs in Zukunft eine sinnvolle Rolle beim Management von rheumatologischen Erkrankungen spielen könnten.

Menschen mit rheumatischen Erkrankungen müssen ihren Gesundheitsstatus, ihre Medikation sowie deren Wirkung regelmäßig überprüfen und dazu meist einen RheumatologInnen konsultieren. Aus Sorge vor einer Ansteckung mit COVID-19 haben viele PatientInnen während der Pandemie verstärkt digitale Gesundheitsanwendungen genutzt, beispielsweise Videosprechstunden zur Verlaufskontrolle. In welchem Ausmaß dies stattfand und wie PatientInnen und ÄrztInnen die neuen digitalen Möglichkeiten beurteilen, haben die Arbeitsgemeinschaft Junge Rheumatologen (AGJR) und der Bundesverband der Patientenorganisation Deutsche Rheuma-Liga e.V. analysiert. Ihre Publikation "Digital rheumatology in the era of COVID-19: Results of a national patient and physician survey" ist nun in RMDopen erschienen.

Die Forschenden entwickelten einen Fragebogen und verteilten ihn über soziale Medien und per Email an PatientInnen mit Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis sowie an RheumatologInnen. 299 PatientInnen und 129 RheumatologInnen haben an der Befragung teilgenommen.

Das Durchschnittsalter der PatientInnen betrug 49 Jahre, fast 80 Prozent waren Frauen. Bei den ÄrztInnen nahmen fast gleich viel Männer wie Frauen teil, drei Viertel arbeiteten an einem Krankenhaus, ein Viertel war niedergelassen. "Wir wollten wissen, ob und welche DiGAs und digitale Technologien verwendet werden und welche Vor- und Nachteile Patienten und Ärzte wahrnehmen", berichtet Dr. Martin Krusche, korrespondierender Autor und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Junge Rheumatologie (AGJR rheumadocs) von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie der Charité in Berlin.

PatientInnen und ÄrztInnen empfanden DiGAs als hilfreich während der Pandemie

Viele PatientInnen und ÄrztInnen waren positiv eingestellt und nutzten DiGAs während der Pandemie verstärkt: 74 Prozent der PatientInnen und 76 Prozent der RheumatologInnen empfanden DiGAs beim Management ihrer rheumatischen Erkrankung als hilfreich. Dr. Krusche ergänzt: "Vor allem virtuelle Monitoringmöglichkeiten wie die Videosprechstunden wurden als sinnvoll erachtet, weil sie zeit- und ortsunabhängig stattfinden können und damit mehr Flexibilität bieten." 

Als Haupthindernis für den Nutzen von DiGAs gelten bei 58,5 Prozent der PatientInnen und bei 41,9 Prozent der ÄrztInnen mangelnde Informationen über nützliche und verfügbare DiGAs. 42,1 Prozent der PatientInnen beklagen mangelnde Benutzerfreundlichkeit und 23,2 Prozent der ÄrztInnen vermissen einen Beweis für die Nützlichkeit von DiGAs. Weniger als zehn Prozent der Befragten in beiden Gruppen – 0,7 Prozent der PatientInnen und 8,5 Prozent der ÄrztInnen – betrachten DiGAs als negativ für das Verhältnis zwischen ÄrztInnen und PatietInnen.

"Die COVID-19-Pandemie förderte die Akzeptanz und den Gebrauch von DiGAs und verändert möglicherweise langfristig das Management von rheumatologischen Erkrankungen, denn sowohl Patienten als auch Ärzte sind zunehmend an DiGAs als Ergänzung zu konventionellen Versorgungsangeboten interessiert", betont Prof. Andreas Krause, Präsident der DGRh, vom Immanuel Krankenhaus in Berlin.

In der Zeitschrift für Rheumatologie hatte die DGRh bereits im Oktober 2020 ihr Positionspapier "Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e. V. (DGRh) zur Anwendung der Videosprechstunde in der Rheumatologie" veröffentlicht: Man sehe eine massive Entwicklung im Bereich der digitalen Kommunikation durch die Pandemie - knapp ein Fünftel aller ÄrztInnen bieten inzwischen ihren PatientInnen neue Kommunikationsformen an. Ermöglicht und rechtlich geschützt wird das durch diverse Gesetze aus den vergangenen Jahren und Sonderregelungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in der akuten Corona-Situation. Die Gesetze und Regelungen sollen einerseits die Chancen der Digitalisierung bei der Gesundheitsversorgung fördern, andererseits für Sicherheit bei der medizinischen Behandlung und im Datenschutz sorgen.

Referenzen:
1. Kernder A, Morf H, Klemm P, et al. Digital rheumatology in the era of COVID-19: results of a national patient and physician survey. RMD Open 2021;7: e001548. doi:10.1136/rmdopen-2020-001548.
2. P. Aries, M. Welcker, J. Callhoff, G. Chehab, M. Krusche, M. Schneider, C. Specker J. G. Richter, Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e. V. (DGRh) zur Anwendung der Videosprechstunde in der Rheumatologie. Z Rheumatol, https://doi.org/10.1007/s00393- 020-00932-x. Angenommen: 20. Oktober 2020.

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