>
Esanum is an online network for approved doctors

Esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

Esanum est la plate-forme médicale sur Internet. Ici, les médecins ont la possibilité de prendre contact avec Une multitude de collègues et de partager des expériences interdisciplinaires. Les discussions portent à la fois sur les Observations de la pratique, ainsi que des nouvelles Et les développements de la pratique médicale quotidienne.

Diagnose und Therapie des Pankreaskarzinoms – neue Erkenntnisse ermöglichen individuelle Konzepte

Besteht der Verdacht auf ein Pankreaskarzinom, ist schnelles Handeln dringend erforderlich. Das gilt umso mehr, als dass das Pankreaskarzinom aufgrund unspezifischer Symptome selten in einem frühen, noch kurativen Stadium entdeckt wird.

<strong>Besteht der Verdacht auf ein Pankreaskarzinom ist schnelles Handeln dringend erforderlich. Das gilt umso mehr, als dass das Pankreaskarzinom aufgrund unspezifischer Symptome selten in einem frühen, noch kurativen Stadium entdeckt wird. Diese Tatsache erfordert erhöhte Aufmerksamkeit und ein besonders sorgfältiges und individuelles Vorgehen in Bezug auf Diagnose und Therapie. Letztere ist insbesondere auch vom jeweiligen Tumorstadium abhängig. Allgemein gilt: Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser ist die Prognose für die Patienten.</strong>

Nach wie vor ist das Pankreaskarzinom eine Erkrankung mit zumeist tödlichem Ausgang. Die Prognose hat sich in den vergangenen 20 Jahren nicht verbessert.1 Dennoch gibt es deutliche Fortschritte in der Erforschung des Pankreaskarzinoms, die künftig – so die Hoffnung von Experten – Marker zur Früherkennung identifizieren und als Grundlage für die Entwicklung neuer Behandlungsansätze dienen können. Denn der Bedarf für innovative, wirksame Krebsmedikamente ist weiterhin hoch.

Da die Symptome eines Pankreaskarzinoms meist unspezifisch sind, stellt die frühzeitige Diagnose in der Praxis eine große Herausforderung dar.

Mögliche Symptome des Pankreaskarzinoms sind:2

Verdacht Pankreaskarzinom: Umfassende Untersuchungen zur Diagnosesicherung notwendig

Besteht der Verdacht auf ein Pankreaskarzinom, sollte sowohl zur Diagnose als auch zur Therapie nach Möglichkeit immer in ein zertifiziertes Pankreaszentrum eingebunden werden. Zur Sicherung der Diagnose sind umfangreiche Untersuchungen erforderlich.3 Blutuntersuchungen liefern dabei Informationen zum Allgemeinzustand und zur Organfunktion, beispielsweise von Leber und Niere. Das ist wichtig, da erhöhte Leberwerte auf eine Einengung des Gallengangs durch einen Tumor hinweisen, wodurch der Abfluss von Gallenflüssigkeit in den Dünndarm verhindert wird. Darüber hinaus kommen als non-invasive bildgebende Verfahren im Rahmen der Diagnosestellung Sonografie, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) sowie die Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikografie (MRCP) zum Einsatz, um das Organ und die Nachbarorgane auf Tumorbefall zu untersuchen. Zu den invasiven, unter Narkose durchgeführten Untersuchungsmethoden zählen neben der Endosonografie die endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikografie (ERCP) sowie die Laparoskopie.2


Abb. 1: Zur Ermittlung von Erkrankungen des Pankreas stehen verschiedene Diagnoseverfahren zur Verfügung.

Bei der Diagnose eines Pankreaskarzinoms kommt in der Regel als erstes die Sonografie zum Einsatz. Aufgrund der Lage des Pankreas sowie von Luftüberlagerungen sind die Ergebnisse jedoch häufig nur bedingt aussagekräftig, weshalb meist ergänzend eine CT erforderlich ist. Dabei lassen sich Position und Größe des Tumors genau bestimmen. Da zuvor ein Kontrastmittel intravenös verabreicht wird, können auch eventuell bestehende Metastasen in Leber, Lunge oder Lymphknoten festgestellt werden. Die MRT stellt eine Alternative zur CT dar. Dabei sind beide Methoden in Bezug auf ihre Aussagekraft hinsichtlich Stadium und Operabilität des Tumors miteinander vergleichbar.2

Endosonografie ermöglicht präzise Begutachtung direkt am Pankreas3

Das Gallen- und Pankreasgangsystem kann mittels MRCP untersucht werden. Die MRCP stellt eine Alternative zur invasiv durchgeführten ERCP dar, bei der eine Spiegelung mit einem flexiblen Endoskop durchgeführt wird. Dieses wird über den Mund bis vor die Mündungsstelle des Gallen- und Bauchspeicheldrüsengangs in den Dünndarm vorgeschoben. Über das Endoskop können verschiedene Instrumente wie Katheter in das Gangsystem eingeführt werden. Die Verabreichung von Kontrastmittel ermöglicht eine Darstellung beider Gänge unter Röntgendurchleuchtung und lässt auf diese Weise tumorbedingte Einengungen erkennen. Im Rahmen der Untersuchung können darüber hinaus Engstellen im Gallengang behandelt werden. Ähnlich verläuft die Endosonografie, wobei hier jedoch keine röntgenologische, sondern eine Untersuchung per Ultraschall erfolgt. Die Ultraschallsonde kann im Magen oder im Dünndarm direkt an die Bauchspeicheldrüse herangeführt werden, wodurch selbst kleinste Tumoren erkannt werden können. Darüber hinaus lässt sich sehr präzise feststellen, ob und inwiefern sich der Tumor bereits lokal in Nachbarorgane oder Lymphknoten ausgebreitet hat. Insbesondere wenn der Verdacht auf Tumorabsiedlungen im Bauchfell besteht, kann eine Laparoskopie sinnvoll sein. Dabei können Organe unmittelbar beurteilt und größere Gewebeproben entnommen werden. Mittels Biopsie werden Tumorzellen aus der Bauchspeicheldrüse entnommen und pathologisch untersucht. Auf diese Weise lassen sich gut- und bösartige Veränderungen im Zellmaterial erkennen.

Laut S3-Leitlinie zum exokrinen Pankreaskarzinom gehören Multidetektor-CT und das MRT in Kombination mit der MRCP zu den sensitivsten Diagnoseverfahren zur Detektion der Erkrankung. Dennoch wird empfohlen, das Verfahren einzusetzen, für das in einem jeweiligen Zentrum die größte Expertise besteht.3

Tumorcharakterisierung erfolgt über TNM-Klassifikation

Neben den Ergebnissen der verschiedenen diagnostischen Verfahren liefert die histologische Untersuchung wichtige Anhaltspunkte. Man unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen Grading und Staging. Beim Grading geht es darum, wie weit sich eine Krebszelle von der Ursprungszelle entdifferenziert hat. Dabei gilt: Je ähnlicher die Krebszellen den Ursprungszellen sind, umso besser die Prognose. Das Staging beschreibt die Stadieneinteilung des Pankreaskarzinoms, der die international gültige TNM-Klassifikation zugrunde liegt.4 T steht dabei für Größe und Ausdehnung des Primärtumors, N für mit Krebszellen befallene Lymphknoten im Umfeld des Primärtumors und M für Fernmetastasen in anderen Organen. Anhand dieser Kriterien wird der Tumor wiederum einem Stadium zugeordnet. Während Stadium I einen auf die Bauchspeicheldrüse begrenzten Tumor ohne Lymphknotenbefall und Metastasen mit vergleichsweise guter Prognose beschreibt, kennzeichnet Stadium IV einen weit fortgeschrittenen Tumor mit Fernmetastasen.2

Therapieentscheidung stark abhängig vom Tumorstadium

Das Tumorstudium sowie das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten müssen bei der Wahl der Therapie individuell berücksichtigt werden. Dabei gilt: Je früher das Pankreaskarzinom erkannt wird, umso besser stehen die Behandlungschancen.

Man unterscheidet zwischen einem kurativen Ansatz, bei dem der Tumor mit der Chance auf Heilung komplett chirurgisch entfernt werden kann, einem potenziell kurativen Ansatz im Zusammenhang mit grenzwertig resektablen, lokal fortgeschrittenen Tumoren sowie einem palliativen Ansatz im metastasierten Stadium.2

Da das Pankreaskarzinom zu Beginn kaum Beschwerden verursacht, wird es meist erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium erkannt.5 Dies betrifft rund 80 Prozent der Patienten.6 Für eine Resektion kommen daher durchschnittlich nur 20 Prozent der Patienten infrage.1


Abb. 2: Behandlungsmöglichkeiten beim metastasierten Pankreaskarzinom nach Oettle

In einigen Fällen kann der Tumor trotz lokal fortgeschrittenen Stadiums entfernt werden. Hierzu wird zunächst eine Chemotherapie durchgeführt, um so den Tumor zu verkleinern. Nach einer chirurgischen Resektion erfolgt über sechs Monate eine adjuvante Chemotherapie, um eventuell im Körper verbliebene Krebszellen abzutöten und das Risiko eines Tumorrezidivs zu minimieren. Eine Operation kann auch dann sinnvoll sein, wenn es zu einer Behinderung der Nahrungsaufnahme kommt. Bei der sogenannten palliativen Operation geht es daher nicht um die Entfernung des Tumors, sondern um die Linderung der Beschwerden. Ebenso zielt auch die palliative Chemotherapie bei nicht resektablen Tumoren nicht auf Heilung, sondern auf eine Verlängerung des Überlebens bei guter Lebensqualität ab.2

Da die Lebensqualität der Patienten eine zentrale Rolle spielt, gehören zu jeder Therapie auch Maßnahmen zur Linderung von Schmerzen. Ernährungsberatung, Physiotherapie sowie die psychoonkologische Begleitung unterstützen die Patienten darüber hinaus im Alltag und sind fester Bestandteil eines modernen, ganzheitlichen Behandlungskonzeptes.3

Die optimierte Supportivtherapie beim metastasierten Pankreaskarzinom rückt zunehmend in den Behandlungsfokus. Alle neuen Entwicklungen sind durch Prof. Stefan Kubicka, Reutlingen hier für Sie zusammengefasst.


C-APROM/DE//1629

Quellen

  1. Ducreux M, Cuhna A, Caramella C et al. Cancer of the pancreas: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol. 2015; 26(5) 56-68.
  2. Oettle H, et al. Onkopedia Leitlinie Pankreaskarzinom. Stand Juli 2017. Verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/pankreaskarzinom/@@view/html/index.html
  3. Deutsche Krebshilfe Leitlinienprogramm Onkologie. Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse - Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten. Verfügbar unter: https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Leitlinien/PLL_Bauchspeicheldruese_WEB.pdf. [Zugriff am 12.03.2018]
  4. C, W. and M. HJ, TNM Klassifikation maligner Tumore. 2010, Weinheim: Wiley-Blackwell.
  5. Cancer Research UK. The stages of pancreatic cancer. Verfügbar unter: http://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/type/pancreatic-can-cer/treatment/the-stages-of-pancreatic-cancer. [Zugriff am 23.08.2017]
  6. Walker EJ, Ko AH. Beyond first-line chemotherapy for advanced pancreatic cancer: An expanding array of therapeutic options? World J Gastroenterol, 2014; 20(9): 2224-36.