Die richtige Hygiene hilft auch gegen resistente Klinikkeime

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Klinikkeime kosten Schätzungen zufolge jedes Jahr 10 000 Menschen in Deutschland das Leben. Mehr Hygiene kann helfen. Das Projekt «Hicare» in MV sucht seit vier Jahren nach Wegen, diese im Alltag durchzusetzen. Und es erforscht noch einiges mehr.

Vier Jahre nach dem Start des Projektes «Hicare» gegen Klinikkeime in Mecklenburg-Vorpommern haben die Beteiligten eine positive Bilanz gezogen. «Das Bewusstsein für das Problem der multiresistenten Keime und für die Bedeutung der Hygiene hat in den beteiligten Kliniken stark zugenommen», sagte der Epidemiologe Wolfgang Hofmann von der Universität Greifswald am Montag am Rande eines Symposiums zum Abschluss von «Hicare».

So würden Patienten bei der Aufnahme mit Hilfe eines Formblattes systematisch befragt, ob sie ein erhöhtes Risiko haben, Keimträger zu sein. Zu den Risikofaktoren gehörten der Aufenthalt in einem Pflegeheim oder einer Reha-Klinik sowie der Umgang mit Tieren in der Landwirtschaft, sagte Hofmann.

Wer ein erhöhtes Risiko aufweise, werde getestet. Fällt der Test positiv aus, würden die bei Gesunden zumeist in der Nase sitzenden Keime mittels einer antibakteriellen Salbe beseitigt. Das sei vollkommen unaufwendig. «Die Sanierung funktioniert in den meisten Fällen gut. Wie lange sie vorhält, untersuchen wir noch», sagte Hofmann. Mehrere tausend Patienten seien bisher einbezogen worden.

Offiziell ist das Projekt «Hicare» jetzt ausgelaufen. Noch seien aber Fördergelder vorhanden, die ins nächste Jahr mitgenommen werden könnten, sagte Hofmann. So laufe das Projekt bis Ende 2015 weiter. Bis dahin sollen neue Förderanträge für die weitere Forschung zu dem Thema gestellt werden.

Bei «Hicare» haben sich Wissenschaftler, Unternehmen und Pflegemitarbeiter in vier Projektfeldern mit der Bekämpfung multiresistenter Keime beschäftigt. So werde in Rostock an antibakteriellen Beschichtungen für Implantate geforscht, berichtete Hofmann. Nach dem Einsetzen von Implantaten komme es bisher immer wieder zu Infektionen. «In dem Forschungsbereich gibt es vielversprechende Zwischenergebnisse», so Hofmann. Ein anderes Teilprojekt habe sich mit dem web-basierten Austausch über den Einsatz von Antibiotika zwischen den Krankenhäusern beschäftigt.

Der Biotechnologie-Verbund «BioCon Valley» hatte sich 2008 im Rahmen eines Wettbewerbs um Fördergelder des Bundes für das Projekt «Hicare» beworben. Nach Worten von «BioCon-Valley»-Chef Horst Klinkmann kamen 8,3 Millionen Euro Fördergelder ins Land. «”Hicare” ist ein Projekt, das den Anspruch Mecklenburg-Vorpommerns als Gesundheitsland Nummer eins nach außen vertritt», sagte Klinkmann. Die Ergebnisse könnten auch in anderen Regionen angewendet werden.

Text und Foto: dpa /fw

 

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