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Dr. Petra Degenhardt: “Neue Pflegereform ignoriert Kinder!”

Dr. Petra Degenhardt, Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) im Interview

Das neue Pflegeberufegesetz, am 18. März 2016 in den Bundestag eingebracht, will ein einheitliches Berufsbild in der Pflege schaffen und die bisherigen, nach drei Altersstufen getrennten Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege in einem einheitlichen Berufsabschluss zusammenführen. Das Gesetz soll in der ersten Stufe noch in diesem Jahr in Kraft treten.

Was bedeutet das für die Kinderkrankenpflege? Gemeinsam mit den anderen Fachgesellschaften der Kindermedizin weist die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie darauf hin, dass das Gesetz dringend überarbeitet werden muss, da es in seiner jetzigen Form eine drastische Verschlechterung der Kinderkrankenpflege auslösen wird.

Kinderkrankenpflege ist ein anspruchsvoller Beruf, zu dem eine spezialisierte Ausbildung gehört. Derzeit geplant ist, dass das Fachwissen für die Kinderpflege erst nach einer generalisierten Pflegeausbildung, erworben wird. Dafür sollen die Krankenhäuser und die Auszubildenden selbst sorgen – auch finanziell. Fachleute bezweifeln, dass das funktionieren kann.

Die Pflege von 500 Gramm leichten Frühgeborenen, von Säuglingen bis hin zu Jugendlichen, setzt fundierte Kenntnisse über Neonatologie, Chirurgie, Onkologie und Pädiatrie in allen Entwicklungsstufen voraus. Diese kann man nicht nebenbei und im Schnelldurchlauf erwerben.

Darüber hinaus wird befürchtet, dass die Pflegeausbildung an Attraktivität verlieren kann. Es ist sogar anzunehmen, dass die Zahl von qualifizierten Bewerberinnen künftig zurückgeht. “Denn junge Menschen, vor allem Abiturientinnen mit Fachhochschulzugangsberechtigung entscheiden sich oft gezielt dafür, mit Kindern zu arbeiten”, erklärt Dr. Petra Degenhardt.

Sie wollen nicht allgemein Pflegekraft werden, sondern für Kinder da sein, das ist das wesentliche Motiv für die Berufswahl. Wenn das Gesetz also Löcher in der Altenpflege stopfen soll, kann und darf das nicht auf Kosten der Kinderkrankenpflege geschehen. Dagegen laufen derzeit Kinderärzte Sturm. Für eine entsprechende Petition wurden bereits 120.000 Unterschriften gesammelt.

“Wir bauchen die spezialisierten und hoch motivierten Kinderplegerinnen für unsere Arbeit dringend”, so die Kinder-Chirurgin Degenhardt.