eHealth Studie zeigt Nachholbedarf für Deutschland und Österreich

Wer hat bei Bedarf auf die digitalen Daten von Patienten Zugriff? Können unterschiedliche Versorgungseinrichtungen, Pflegekräfte oder gar die Patienten selbst ihre Daten einsehen und Einträge vornehmen?

Chancen, bei den Spitzenreitern mit dabei zu sein, sind vorhanden

Wer hat bei Bedarf auf die digitalen Daten von Patienten Zugriff? Können unterschiedliche Versorgungseinrichtungen, Pflegekräfte oder gar die Patienten selbst ihre Daten einsehen und Einträge vornehmen? Eine gerade veröffentlichte Studie hat anhand sogenannter eHealth-Indikatoren die Situation in sieben Ländern verglichen. Dabei hat sich gezeigt, dass in Österreich und insbesondere in Deutschland Nachholbedarf besteht.

Fast jeder kennt solche Situationen: Im Krankenhaus liegen wichtige medizinische Daten zu einem Patienten vor. Bei der anschließenden Weiterbehandlung in einer Arztpraxis sind diese dann aber nicht oder nur teilweise vorhanden. Oder: Ein Sohn informiert den ambulanten Pflegedienst über Schwächeanfälle und Beinahe-Stürze der hochaltrigen Mutter. Bei einem kurzfristig notwendig gewordenen Krankenhausaufenthalt sind diese für die Behandlung womöglich wichtigen Informationen dann aber nicht bekannt.

In Deutschland und Österreich können viele Ärzte und Pflegekräfte Daten ihrer Patientinnen und Patienten digital erfassen, insbesondere in Krankenhäusern und Arztpraxen. Während in Österreich wichtige medizinische Daten davon landesweit verfügbar sind, ist dies in Deutschland noch nicht der Fall. Erkrankte in beiden Ländern und ihre pflegenden Angehörigen haben dabei selbst noch keinen Zugriff auf die Daten. 

Politischer Wille befördert die Umsetzung

Professorin Elske Ammenwerth von der Gesundheitsuniversität UMIT in Hall, Tirol, ist Mitverfasserin der eHealth-Indikatoren-Studie. "Es bestätigte sich, dass zum Beispiel die skandinavischen Länder hier bessere Möglichkeiten für ihre Bürgerinnen und Bürger bieten", sagt sie. "Allerdings sind in Österreich entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um hier die Situation ebenfalls zu verbessern. Die Elektronische Gesundheitsakte ELGA wird hier deutliche Verbesserungen ermöglichen." Professor Reinhold Haux, Technische Universität Braunschweig und Medizinische Hochschule Hannover, ebenfalls Mitverfasser der Studie, ergänzt: "Es wird häufig gesagt, dass Ländergrößen und die Organisation des Gesundheitssystems entscheidend bei der Umsetzung von eHealth-Zielen sind. In unseren Untersuchungen haben wir allerdings einen weiteren wichtigen Einflussfaktor festgestellt: Besonders in den Ländern, in denen ein klarer politischer Wille vorhanden war, finden wir eine patientenzentrierte, einrichtungsübergreifende Informationsverarbeitung." 

IT-Standards sind bereits vorhanden

Ammenwerth und Haux sind davon überzeugt, dass die technischen Möglichkeiten und die notwendigen IT-Standards schon jetzt ausreichend vorhanden sind. "Dabei wird auch der Datenschutz berücksichtigt, der bei Patientendaten natürlich besonders wichtig ist", sagt Haux.

Beide sehen Chancen für eine zügige Verbesserung der Situation in ihren Ländern, damit Deutschland und Österreich auch hier wieder zu den Spitzenreitern zählen können. In der Studie wird zudem betont, dass beide Länder grundsätzlich eine gute Gesundheitsversorgung haben, dass aber bei diesem durchaus wichtigen Aspekt Nachholbedarf besteht.

Quelle Text und Bild: Technische Universität Braunschweig

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