Ein Pflaster für das kranke Herz

Ein überlebter Herzinfarkt stresst das Herz und führt zu Schädigungen am Herzmuskel. In Zukunft könnten ÄrztInnen darauf mithilfe eines Pflasters fürs Herz reagieren. Wir erklären Ihnen, was hinter der neuen Methode steckt und weshalb sie sogar die Stammzelltherapie unnötig machen könnte.

Gewebekissen stabilisert den kranken Herzmuskel

Ein überlebter Herzinfarkt stresst das Herz und führt zu Schädigungen am Herzmuskel. In Zukunft könnten ÄrztInnen darauf mithilfe eines Pflasters fürs Herz reagieren. Wir erklären Ihnen, was hinter der neuen Methode steckt und weshalb sie sogar die Stammzelltherapie unnötig machen könnte. 

Bis zu 200.000 PatientInnen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Herzinfarkt. Weil das Notfallnetz sehr gut greift, überleben heute drei von vier PatientInnen dieses Ereignis. Die oftmals mit dem Herzinfarkt auftretenden Herzmuskelschäden bleiben jedoch weiterhin bestehen und schwächen die Herzfunktion.

Eine Lösung für dieses Problem könnten aus Stammzellen gewonnene Herzmuskelzellen darstellen. Daraus lassen sich beispielsweise kontraktile Herzmuskel-Zellflicken heranziehen, die anschließend in die PatientInnen eingepflanzt werden. Dieses sogenannte "Engineered heart tissue“ (EHT) soll auf das Herz aufgenäht werden, um dort anzuwachsen und Herzgewebe nachzubilden.

Kleben statt injizieren

Derzeit gibt es zwei wesentliche Wege, um neue Zellen in ein geschädigtes Herz einzubringen. Zum einen lassen sich Herzmuskelzellen direkt in die Wand des Organs injizieren, zum anderen, und das ist die neue Methode, lassen sich Herzmuskelzellen wie ein Pflaster auf das geschädigte Herz aufkleben. Beide Verfahren wurden zudem bereits positiv in Studien erprobt. Während die Pflastermethode fast komplikationslos abläuft, zeigten sich nach Zellinjektion indes vorübergehende Herz-Rhythmusstörungen.

Verglichen mit der Stammzellinjektion hat das Herzpflaster sogar so manchen Vorteil: Die Gewebeflicken lassen sich z. B. sehr viel gezielter direkt am Ort der Schädigung aufbringen. Ein Abschwemmen der Zellen ist somit sehr viel schwieriger möglich. Dies wiederum steigert die Effizienz dieser Heilungsmethode, verringert Herzrhythmusstörungen und erhöht gleichzeitig die Kontraktionskraft des Herzmuskels.

Bereits 2020 soll nun auch eine größere Studie folgen und die Anwendung des Herzpflasters bei PatientInnen mit schwerer Herzinsuffizienz testen. Im Langzeitverlauf wird es vor allem darum gehen, die elektrische Kopplung des Gewebepflasters an den intakten Herzmuskel zu untersuchen.

Quelle:
Mittagspressekonferenz auf der 125. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V (DGIM), 7. Mai 2019, Wiesbaden

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