Einige Yoga-Posen können die Symptome der Osteoporose verschlechtern

Eine aktuelle Studie weist darauf hin, dass bestimmte Yoga-Posen bei Menschen mit Osteopenie oder Osteoporose zu Verletzungen des Weichgewebes und der Knochen führen können.

Unzählige Erfahrungsberichte und immer mehr akademische Studien zeigen, dass Yoga im Prinzip Wohlbefinden und Gesundheit steigern kann – in der Praxis sollten einige Übungen von einigen Interessierten allerdings mit Vorsicht genossen, wenn nicht sogar ganz vermieden werden: eine neue Studie legt nahe, dass bestimmte Yoga-Posen bei Menschen mit Osteoporose oder Osteopenie zu Knochenverletzungen führen können.

Allein in Deutschland haben etwa 5,2 Millionen Frauen und 1,1 Millionen Männer über 50 Jahren eine Osteoporose – eine von vier Frauen und einer von 17 Männern dieser Altersgruppe ist betroffen. Und jedes Jahr erkranken 885.000 Menschen hierzulande neu an Osteoporose.

Bei der Erkrankung, in deren Verlauf das Knochengewebe immer dünner wird und daher eher bricht, handelt es sich also – genau wie beim Yoga - um ein Massenphänomen: der Berufsverband der Yogalehrenden (BDY) gibt den Anteil der Deutschen, die "bereits Yoga-Erfahrung gesammelt“ haben, mit 16% an. Das entspricht 11,3 Millionen Menschen, von denen immerhin 3,4 Millionen aktiv Yoga praktizieren. (11%, bzw. 7,9 Millionen haben Yoga-Erfahrungen gesammelt, sind aber aktuell nicht regelmäßig dabei.) “Nimmt man die aktuell Praktizierenden und die Interessierten zusammen, kommt die Yoga-Praxis für fast jeden vierten Deutschen in Betracht.“

Massenphänomen trifft Massenphänomen

Vor diesem Hintergrund wird auch eine relativ kleine Studie brisant, wie sie jüngst von einem Team der “Mayo Clinic“ in Rochester, MN, (USA) durchgeführt wurde: die Ergebnisse weisen darauf hin, dass bestimmte Yoga-Posen bei Menschen mit Osteopenie oder Osteoporose zu Verletzungen des Weichgewebes und der Knochen führen können.

"Die Vorteile von Yoga in Bezug auf Flexibilität, Kraft und Gleichgewicht sind weithin bekannt", schreiben die Forscher. "Allerdings", fügen sie hinzu, "haben mehrere Berichte Verletzungen beschrieben, die durch Yoga entstanden sind, von leichten Muskelverspannungen bis zu Knochenbrüchen. Insbesondere für osteoporotische und osteopenische Patienten geben die Berichte über knöcherne Verletzungen Anlass zu weiteren Untersuchungen", stellen die Autoren fest und erklären, dass diese Bedenken die Ursache ihrer Studie waren.

Um den Zusammenhang zwischen der Yogapraxis und Verletzungen bei Osteoporose-Patienten zu überprüfen, analysierte das Forschungsteam die Gesundheitsdaten von 89 Personen. Alle Teilnehmer hatten zwischen 2006 und 2018 begonnen, sich in der Mayo-Klinik behandeln zu lassen – alle auf Grund der Meinung, dass verschiedene Verletzungen und Beschwerden durch verschiedene Yoga-Praktiken verursacht worden waren. Einige waren Yoga-Anfänger, einige erfahrene Praktizierende – alle hatten Schmerzen in einem oder mehreren der folgenden Bereiche: Rücken, Nacken, Schultern, Hüfte oder Knie.

Nicht nur anspruchsvolle Posen können gefährlich sein

Bei der Befragung wiesen die Teilnehmer auf 12 spezifische Yoga-Posen hin, die entweder Schmerzen verursacht oder bestehende Schmerzen verschlimmert hätten; die meisten dieser Übungen erforderten, dass die Wirbelsäule gebogen oder gestreckt wurde. Dazu gehörten keineswegs nur sehr anspruchsvolle "Asanas", sondern auch relativ einfache und bekannte Posen wie “Abwärts-gerichteter Hund“, die “Brückenpose“ und der “Unterstützte Kopfstand“.

Anhand der Gesundheitsdaten, medizinischen Untersuchungen und bildgebenden Ergebnissen dieser Teilnehmer kategorisierten die Forscher die erlittenen Verletzungen als Knochenverletzungen, Weichteilverletzungen oder Gelenkverletzungen. So kamen die Ermittler zu dem Schluss, dass unter den Studienteilnehmern spezifische Yoga-Posen zu 29 Arten von Knochenverletzungen geführt hatten, darunter Abnutzung der Bandscheiben, Spondylolisthesis und Kompressionsfrakturen, wahrscheinlich aufgrund von Posen, die den Druck auf Bandscheiben und Wirbelsäule verstärken.

Yoga ist und bleibt gesund - wenn man es richtig macht

Die Forscher wollen allerdings keineswegs Menschen mit Osteopenie oder Osteoporose generell auffordern, überhaupt kein Yoga mehr zu praktizieren. Sie wollen jedoch informieren und dazu ermutigen, bestimmte Positionen zu ändern, um das Verletzungsrisiko zu verringern. "Yoga hat viele Vorteile." sagt der leitende Autor Dr. Mehrsheed Sinaki. "Wenn Sie jedoch an Osteoporose oder Osteopenie leiden, sollten Sie die Körperhaltung an Ihre Erkrankung anpassen. Wenn die Menschen älter werden, können sie von einer Überprüfung ihrer Trainingspläne profitieren, um unerwünschte Folgen zu vermeiden."

In der Tat stellt das Forschungsteam fest, dass Personen, die diesen Rat befolgten und einige ihrer Yoga-Posen änderten, auch weniger Schmerzen und verbesserte Symptome hatten.

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