Engagement der Rostocker Uniklinik in Kamerun geht trotz Bürgerkrieg weiter

Sorge um die Sicherheit der Partnerkrankenhäuser wächst

Seit 2008 unterstützen Ärzte der Universitätsmedizin Rostock Mediziner in Kamerun, 2017 wurde die Zusammenarbeit noch ausgeweitet – nun wird die Arbeit durch den Bürgerkrieg erheblich erschwert.

Die Rostocker Universitätsmedizin ist in Sorge um die Sicherheit ihrer Partnerkrankenhäuser in den kamerunischen Städten Limbe und Bamenda. “Unsere Arbeit in Kamerun wird zurzeit durch den Bürgerkrieg erschwert“, sagte der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie, Emil Reisinger, der Deutschen Presse-Agentur. Kürzlich sei eine Krankenschwester im Krankenhaus angeschossen worden, sie habe überlebt. “Trotz dieser Schwierigkeiten machen wir aus sozialer Verantwortung weiter“, sagte der Mediziner.

Kamerun war von 1884 bis 1919 deutsche Kolonie, nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Land von Frankreich und Großbritannien geteilt. “Im englischsprachigen Teil entlang der Grenze zu Nigeria, in dem etwa 20 Prozent der 25 Millionen Einwohner leben, kämpfen die Menschen nun für die Unabhängigkeit“, erklärte der Tropenmediziner.

Gerade jetzt ist Unterstützung wichtig

Die Partnerschaften bestehen seit 2008. Die bisherige Hilfe für Ausbildung und Sachmittel habe einen Umfang von 1,1 Millionen Euro. 2017 sei die Zusammenarbeit auf das westafrikanische Guinea mit der Klinik in Kindia und dem Labor in Conakry ausgeweitet worden. Gerade jetzt sei die Unterstützung der Krankenhäuser ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung von Flucht- und Migrationsursachen, betonte Reisinger.

Der Schwerpunkt liege auf der Versorgung von Patienten mit HIV und anderen Infektionen, der Organisation der Notaufnahme der Kliniken und die Arbeitsabläufe im Labor. Da die Bevölkerung während der Ebola-Epidemie 2015 das Vertrauen in die Gesundheitsversorgung verloren habe, würden nun Methoden zum raschen Nachweis von Ebola und anderen Infektionserregern etabliert. “Es ist wichtig, in den Ländern Frühwarnsysteme einzuführen, die vor einem Ausbruch warnen“, sagte Reisinger. So könnten Epidemien frühzeitig erkannt werden und die Schutzmaßnahmen vor Ort, aber auch in Europa könnten früher greifen.

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