Erhöhte Mortalitätsrate bei einsamen Herzen

Einsame KardiologiepatientInnen sind einem größeren Risiko ausgesetzt, innerhalb eines Jahres nach Entlassung aus dem Krankenhaus zu versterben. Das ergab eine aktuell im Fachmagazin "Heart" veröffentlichte Studie.

Dreimal häufiger Angstgefühle, Depressionen und geringere Lebensqualität

Einsame KardiologiepatientInnen sind einem größeren Risiko ausgesetzt, innerhalb eines Jahres nach Entlassung aus dem Krankenhaus zu versterben. Das ergab eine aktuell im Fachmagazin "Heart" veröffentlichte Studie.

Die ForscherInnen wollten aufdecken, wie stark sich Faktoren wie Einsamkeit und das Alleinleben auf die Gesundheit von HerzpatientInnen auswirken. Dafür beobachtete das Forschungsteam die gesundheitliche Entwicklung von PatientInnen über ein Jahr. Berücksichtigt wurden Personen, die wegen ischämischer Herzerkrankung, abweichenden Herzrhythmen, Herzversagen oder Herzklappenerkrankungen bei HerzspezialistInnen behandelt wurden.

Die meisten Studienteilnehmer waren männlich (70%) das Durchschnittsalter lag bei 66 Jahren. 13.433 PatientInnen, etwas über die Hälfte der StudienteilnehmerInnen (53%), füllten Fragebogen über ihre körperliche Gesundheit, ihr psychisches Wohlbefinden, ihre allgemeine Lebensqualität sowie Angst und Depressionen aus.

Mortalitätsrate bei einsamen Herzpatientinnen verdreifacht, bei Männern verdoppelt

Dabei berichteten PatientInnen, die sich selbst als einsam einschätzten, dreimal häufiger von Angstgefühlen und Depressionen sowie im Vergleich zu PatientInnen, die sich nicht als einsam bezeichneten, von einer deutlich geringeren Lebensqualität.

Nach einem Jahr überprüften die WissenschaftlerInnen, wie es den HerzpatientInnen erging und wie viele von ihnen verstorben waren. Dabei stellten sie fest, dass Einsamkeit unabhängig von der Art der Herzerkrankung mit einem schlechteren Gesundheitszustand verknüpft war. Bei einsamen Patientinnen war die Mortalitätsrate im Vergleich zu Frauen, die sich nicht einsam fühlten, dreimal so hoch. Bei den Männern war die Wahrscheinlichkeit hingegen zweimal höher.

Alleine zu leben ist kein Faktor für erhöhte Einsamkeit

Alleine zu leben stand den Untersuchungen zufolge nicht mit erhöhter Einsamkeit in Zusammenhang. Bei solchen PatientInnen war das Risiko für Angstgefühle und Depressionen sogar geringer als bei PatientInnen, die mit anderen Personen zusammenlebten. Allerdings war bei Männern, die alleine lebten, das Risiko schlechter kardiovaskulärer Gesundheit um 39% höher als bei Frauen.

Die ForscherInnen merkten an: "Unsere Untersuchungen stimmen definitiv mit früheren Ergebnissen überein, dass Einsamkeit mit Veränderungen der kardiovaskulären sowie neurologischen Gesundheit sowie des Immunsystems in Zusammenhang steht. Sie begünstigt ungesunde Lebensstile, die zu negativen gesundheitlichen Resultaten führen. Außerdem gibt es klare Anzeichen, dass Einsamkeit und soziale Isolation immer weiter zunehmen. Unserer Ansicht nach sollten dringend Maßnahmen ergriffen werden, um Einsamkeit entgegenzusteuern.“

Quelle:
Vinggaard Christensen A et al., Significantly increased risk of all-cause mortality among cardiac patients feeling lonely. Heart 2019; DOI:10.1136/heartjnl-2019-315460

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