Ernährung als Kopfschmerztherapie?

Weltweit leiden bis zu 14,4% der Männer und Frauen unter Migräne. Ein möglicher Trigger für erneute Migräneanfälle ist die Ernährungsweise der Betroffenen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit versuchte nun zu klären, inwieweit Ernährungsumstellungen oder bestimmte Ernährungsformen die Kopfschmerzen positiv beeinflussen können.

Zuckerfrei und kalorienarm gegen die Migräne

Weltweit leiden bis zu 14,4% der Männer und Frauen unter Migräne. Ein möglicher Trigger für erneute Migräneanfälle ist die Ernährungsweise der Betroffenen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit versuchte nun zu klären, inwieweit Ernährungsumstellungen oder bestimmte Ernährungsformen die Kopfschmerzen positiv beeinflussen können.

Für die unter 50-Jährigen weltweit stellt die Migräne eine der Hauptursachen für frühe Arbeitsunfähigkeit dar und ist somit gleichzeitig ein nicht unwesentlicher volkswirtschaftlicher Kostenfaktor. Da liegt es nahe, dass die Medizin weiter nach möglichst einfachen Lösungen sucht, Migräneattacken vorzubeugen oder Menschen von dieser Erkrankung zu heilen. Welche Rolle die Ernährung dabei spielen könnte, fasste aktuell eine iranische Übersichtsarbeit zusammen.

Die Therapie der Migräne basiert heute in aller Regel auf mehreren parallel durchgeführten Behandlungsstrategien, die sich im sogenannten integrierten Ansatz zusammenfinden. In diesem Rahmen wird bereits seit einiger Zeit auch eine Rolle von Ernährungsweisen und Nahrungsmitteln diskutiert. "Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich", genügt den meisten MigränepatientInnen so allerdings nicht mehr. Was also können ÄrztInnen ihren PatientInnen ganz konkret empfehlen, wenn bei ihnen die Migräneschübe möglicherweise zu einem Teil vom Essen herrühren?

Dies versucht der Übersichtsartikel von Jahromi und Kolleginnen zu beantworten. Demnach könnten insbesondere Ernährungsweisen wie die Ketogene Diät oder die Atkins Diät helfen – beide reduzieren bzw. vermeiden im Wesentlichen Zucker in den täglichen Mahlzeiten. "Diese Ernährungsweisen wirken neuroprotektiv, verbessern den Stoffwechsel und die Mitochondrienfunktion  und reduzieren sowohl das CGRP, einen wesentlichen Trigger der Migräne, sowie die damit im Zusammenhang stehende Neuroinflammation", so die WissenschaftlerInnen in ihrer Arbeit.

Zusammenhänge sehen die ForscherInnen zudem in der Konstellation Übergewicht und Migräne, da ein "reichhaltiges" Fettgewebe vermeht zu chronischen Entzündungen führt und den Hypothalamus negativ beeinflussen könnte. Im Umkehrschluss soll schließlich eine gezielte Gewichtsreduktion diese negativen Zusammenhänge durchbrechen und am Ende auch zu weniger Kopfschmerzen / Migräneanfällen führen.

Desweiteren wurde der Einfluss von Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren in der Migräne näher beleuchtet. Demnach ist auch eine Reduktion der entzündungsfördernden Omega-6-FS und eine Nahrungsaufnahme von stärker Omega-3-FS-haltigen Speisen zur Entzündungsvermeidung empfohlen.

Am Ende des Tages sollten ÄrztInnen ihren KopfschmerzpatientInnen somit am besten unterstützend raten:

Originalpublikation:
Jahromi R. et al., The Journal of Headache and Pain (2019) 20:106; https://doi.org/10.1186/s10194-019-1057-1

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