Experten raten zur Geschmacksprobe bei Gemüse aus Eigenanbau

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Ein giftiger Stoff in Kürbisgewächsen kann zum Tod führen. In Heidenheim starb ein Mann, er hatte Garten-Zucchini gegessen. Der Fall überrascht selbst Experten.

Lebensmittelchemiker warnen nach einem Todesfall in Heidenheim vor dem Verzehr von ungewöhnlich bitter schmeckendem Gemüse aus dem heimischen Garten. Ein extrem bitterer Geschmack könnte auf Substanzen hinweisen, die in sehr seltenen Fällen tödliche Vergiftungen bei Menschen auslösen, wie das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart am Donnerstag mitteilte. Eine Vergiftung durch den Verzehr von Garten-Zucchini hatte bei einem Mann im Klinikum Heidenheim am Sonntag zum Tod geführt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt.

Dies sei der erste registrierte Todesfall durch den Bitterstoff Cucurbitacin in einer Zucchini, sagte Maria Roth, die das CVUA leitet. 1935 war demnach die erste Vergiftung am Menschen durch die Substanz in Kürbisgewächsen in Südafrika beobachtet worden. Der Bitterstoff kann in Kürbisgewächsen, also neben Zucchini und Kürbissen auch in Melonen und Gurken, vorkommen. Am Verzehr von Kürbissen mit dem giftigen Stoff seien in Indien schon vereinzelt Menschen gestorben. Ein gesunder Mensch spucke das entsprechende Gemüse wegen bitterem Geschmacks jedoch in der Regel gleich wieder aus, erklärte die Expertin.

Das CVUA dient als Zentrallabor für lebensmittelbedingte Erkrankungen im Land und hatte durch Tests den Verdacht des Klinikums Heidenheim bestätigt, dass der 79-Jährige an den Folgen der Vergiftung gestorben war. Zwei Wochen zuvor hatte er einen Zucchini-Auflauf gegessen und kam mit Anzeichen auf eine Magen-Darm-Infektion in die Klinik. Seine 72 Jahre alte Frau hatte laut Klinikangaben offenbar weniger gegessen und konnte nach kurzer Behandlung wieder entlassen werden.

Der Todesfall beschäftigt auch die Justiz: Bei der Staatsanwalt Ellwangen laufen Ermittlungen, die eine mögliche Schuldfrage klären sollen. “Es muss geprüft werden, ob jemandem ein Vorwurf am Tod des Mannes gemacht werden kann, oder ob Schicksal dafür verantwortlich ist”, sagte ein Sprecher.

Text: dpa /fw

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