Forscher aus Uganda und der Schweiz arbeiten zusammen im Kampf gegen Tuberkulose

Tuberkulose ist heilbar und könnte ausgerottet werden. Dazu müssen Patienten jedoch korrekt therapiert werden. Forschende der Universitäten Makerere und Zürich konnten nachweisen, dass die Medikamentenspiegel oft zu tief sind.

Korrekte Therapie ist Schlüssel zum Erfolg

Tuberkulose ist heilbar und könnte ausgerottet werden. Dazu müssen Patienten jedoch korrekt therapiert werden. Forschende der Universitäten Makerere und Zürich konnten nachweisen, dass die Medikamentenspiegel oft zu tief sind. In der Folge bleiben die Patienten länger mit der gefährlichen Krankheit ansteckend.

Täglich sterben weltweit über 4.000 Menschen an Tuberkulose. Tuberkulose ist damit die häufigste Todesursache, die durch einen einzelnen Erreger verursacht wird. Am stärksten betroffen sind Menschen, die gleichzeitig an einer Immunschwäche wie z.B. einer HIV-Infektion leiden. Die hohe Sterblichkeit müsste jedoch nicht sein: Tuberkulose ist heilbar, wenn die Medikamente korrekt eingesetzt werden.

Doch genau hier liegt das Problem. Die noch heute wichtigsten Medikamente gegen Tuberkulose stammen aus den 60er Jahren: Die Therapie dauert lange, besteht aus vielen Pillen und hat zahlreiche Nebenwirkungen. Dies führt zu Therapieabbrüchen, womit die Patientinnen und Patienten weiterhin an der Krankheit leiden und zudem weitere Menschen anstecken. Bis dato ist auch nicht klar, welche die optimale Dosierung der Tuberkulose-Medikamente ist. 

Konzentration der Medikamente im Blut 

Forschende der UZH und des Universitätsspitals unter der Leitung von Prof. Jan Fehr haben sich gemeinsam mit einem Forscherteam der Partneruniversität in Kampala, Uganda, dieser Frage angenommen. Während zweieinhalb Jahren maßen sie bei 268 Studienpatienten, die an einer Lungentuberkulose und gleichzeitig an einer HIV-Infektion litten, wiederholt die Konzentration der Tuberkulose-Medikamente im Blut. Gleichzeitig wurden weitere Untersuchungen bis hin zum Erregernachweis im Auswurf gemacht. Die Patienten nahmen die Medikamente entsprechend der bis heute gültigen Dosierungsvorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein.

"Wir konnten zeigen, dass die Konzentration der beiden wichtigsten Tuberkulose-Medikamente, nämlich Isoniazid und Rifampicin, im Blut ganz deutlich tiefer sind als die international angestrebten Blutspiegel", erklärt Prof. Jan Fehr. Die tieferen Blutkonzentrationen haben zur Folge, dass die Tuberkulose-Patienten länger Tuberkelbakterien aushusten als diejenigen mit höheren Medikamenten-Konzentrationen im Blut. "Diese Patienten mit tieferen Isoniazid- und Rifampicin-Spiegeln bleiben dann auch länger ansteckend".

Blutspiegel müssen regelmäßig gemessen werden

Das hat global wiederum weitreichende Auswirkungen. Denn die WHO verfolgt die Strategie, bis 2030 die Tuberkulose-Todesfälle um 90 Prozent zu reduzieren. Dies gelingt aber nur, wenn die Epidemie kontrolliert werden kann und es nicht zu weiteren Ansteckungen kommt. Um dies zu erreichen, muss darüber nachgedacht werden, wie die Medikamenten-Konzentrationen der wichtigsten Tuberkulose-Medikamente routinemässig kontrolliert und im Falle zu tiefer Blutspiegel höher dosiert werden können. Entsprechende Studien müssen durchgeführt werden, basierend auf der "SOUTH"-Studie, die weltweit als erste Studie dieser Fragestellung so rigoros nachgegangen ist.

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