Forscher entwickeln Medikament zur Behandlung von Mesotheliomen

Ein neues Medikament macht Hoffnung mit dem Mesotheliom eine der tödlichsten Krebsarten zukünftig besser behandeln zu können. Das Medikament wurde von Professor Richard Morgan, von der University o

Ein neues Medikament macht Hoffnung mit dem Mesotheliom eine der tödlichsten Krebsarten zukünftig besser behandeln zu können.

Das Medikament wurde von Professor Richard Morgan, von der University of Bradford Institute of Cancer Therapeutics in Großbritannien, entwickelt. Das Präparat, mit dem Namen HRX9, wirkt, indem es Krebszellen daran hindert, der Apoptose zu entgehen. Die Apoptose ist ein natürlicher Vorgang im Zellstoffwechsel, der auch als “programmierter Zelltod” bezeichnet wird: Alte, überflüssig gewordene oder geschädigte Zellen werden gezielt und in einem kontrollierten Prozess abgetötet und abgebaut.

Sowohl das Immunsystem als auch gesunde Zellen in der Umgebung können Signale senden, welche geschädigte oder kranke Zellen dazu anweisen eine Apoptose zu durchlaufen. Viele Krebszellen sind genetisch jedoch so verändert, dass sie diesem wichtigen Schutzmechanismus des Körpers umgehen bzw. ignorieren können. Das Ergebnis sind kranke Zellen, die ungehindert weiterwachsen und sich vermehren.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Medikamenten, die versuchen die Apoptose bei verschiedenen Krebsarten zu forcieren und die Krankheit somit zu heilen. HRX9 ist allerdings das weltweit erste Präparat, das auf das Mesotheliom abzielt und auch Wirkung zeigt.

Mesotheliom wird häufig durch Asbest verursacht

Beim Mesotheliom handelt es sich um einen diffus wachenden Tumor der vor allem die Pleura, den Herzbeutel, das Peritoneum sowie die Tunica vaginalis testis befällt. Es wird fast immer durch eine Asbestexposition verursacht und ist resistent gegen alle gängigen Chemotherapeutika. Seine Prognose fällt dementsprechend düster aus: in der Regel überleben Betroffene höchstens ein Jahr nach Diagnosestellung.

Im Rahmen einer aktuellen Studie der Universitäten Bradford und Surrey fand man heraus, dass nach einer dreiwöchigen Behandlung mit HXR9, menschliche Mesotheliomtumoren in Mäusen aufgehört hatten zu wachsen. Es kam zu einem vollständigen Verlust der Tumorblutgefäße und einem ausgedehnten Untergang von Krebszellen. Die entsprechenden Ergebnisse wurden im BMC Cancer Journal veröffentlicht.

Das Target von HXR9 ist die sogenannte Hox-Gen-Familie. Dabei handelt es sich um 39 ziemlich ähnliche Gene, die dabei helfen die bemerkenswert schnelle Zellteilung in heranwachsenden Embryonen zu ermöglichen. Viele dieser Gene sind in der Regel bei Erwachsenen abgeschaltet. Neuere Forschungen zeigten jedoch, dass sie in manchen Krebsarten – einschließlich Prostata-, Eierstock- und Gehirnkrebs sowie in Melanomen und bei Leukämie – wieder eingeschaltet sind und Vermehrung sowie Überleben der Krebszellen zusätzlich unterstützen.

Medikament schaltet wichtigen Schutzfaktor der Krebszellen aus

Indem Prof. Morgan und sein Team die HOX-Gene zum Target des Medikaments machten, ist es ihnen gelungen diesen wichtigen Schutzfaktor der Krebszellen effektiv auszuknocken.

Ein weiteres Schlüsselerlebnis der von der British Lung Foundation geförderten Studie, war die Erkenntnis, dass das Mesotheliom eine sehr starke Assoziation zu einem bestimmten Hox-Gen aufweist – bekannt als HOXB4.

Das Team untersuchte die Menge an HOXB4 Protein in den Tumoren von 21 Mesotheliom-Patienten und verglich sie mit der jeweiligen Überlebenslänge der Patienten. Dabei wurde eine klare Verbindung deutlich: Je mehr HOXB4 im Tumor gefunden wurde, desto kürzer war Zeit, die der Patient überlebte. Möglicherweise hat die Arbeitsgruppe hiermit ganz nebenbei einen Weg gefunden, um voraussagen zu können wie aggressiv das Mesotheliom eines Individuums ist.

Ian Jarrold, wissenschaftlicher Leiter bei der British Lung Foundation, sagt, dass die Studie trotz des noch frühen Stadiums in dem sich das Medikament befindet, einen wichtigen Schritt nach vorn markiert. In ihr konnte nämlich erstmalig gezeigt werden, dass ein Medikament den sogenannten “Zellselbstmord ” in einem Mesotheliom auslöst.

Text: esanum /pvd

Foto: Lightspring / Shutterstock.com

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