Frauenmilchbank-Initiative für mehr Muttermilchbanken in Niedersachsen

Muttermilch kann in Kliniken einen wichtigen Beitrag zum Überleben von Säuglingen leisten. Eine Initiative fordert daher den Ausbau von Spendenmöglichkeiten in Niedersachsen. Das Gesundheitsministerium plant aber keine neuen Einrichtungen.

Bestehende Banken erweitern und Betrieb nachhaltig sicherstellen

Muttermilch kann in Kliniken einen wichtigen Beitrag zum Überleben von Säuglingen leisten. Eine Initiative fordert daher den Ausbau von Spendenmöglichkeiten in Niedersachsen. Das Gesundheitsministerium plant aber keine neuen Einrichtungen.

Für Frühchen und kranke Neugeborene können Spenden aus Frauenmilchbanken die entscheidende Hilfe beim schwierigen Start ins Leben sein: Trotz der Forderung nach einem Ausbau des Angebots in Niedersachsen sind aber vorerst keine neuen Stationen in Sicht. "Aktuell sind keine weiteren Einrichtungen von Seiten des Landes geplant", teilte das Gesundheitsministerium in Hannover auf Anfrage dazu mit.

Die Frauenmilchbank-Initiative (FMBI) hatte in der vergangenen Woche dazu aufgerufen, den weitereren Aufbau zu unterstützen, bestehende Banken zu erweitern und den Betrieb nachhaltig sicherzustellen. Nach einer Bewertung der bestehenden Stationen werde der Landtag entscheiden, ob weitere Kliniken beim Aufbau gefördert werden sollen, hieß es von der Initiative. Das Ministerium verwies darauf, dass bisher die Frauenmilchbanken in Hannover, Wolfsburg und Vechta gefördert wurden.

2018 bis 2020 in Hannover rund 470 Liter gespendete Frauenmilch von 44 Spenderinnen geprüft und an etwa 300 Frühgeborene und kranke Neugeborene verfüttert worden

"Humane Milch ist die beste Nahrung für Neugeborene", betonte Florian Guthmann, Chefarzt am Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover. Sie enthalte wesentlich mehr biologisch aktive Substanzen als künstliche Milch, die Vorteile für die Entwicklung der Kinder seien in zahlreichen Studien belegt worden. Nach Einschätzung von Kinderärzten kann die Milch unter anderem vor schwerwiegenden Darmerkrankungen schützen. In den Banken wird Milch von stillenden Müttern entgegengenommen, die selbst gerade entbunden haben und von dem Zuviel an eigener Milch etwas abgeben können.

In Hannover sind laut Chefarzt Guthmann in den Jahren 2018 bis 2020 rund 470 Liter gespendete Frauenmilch von 44 Spenderinnen geprüft und an etwa 300 Frühgeborene und kranke Neugeborene verfüttert worden. Jährlich profitieren ihm zufolge etwa 100 der ganz kleinen PatientInnen. "Im Schnitt haben wir etwa 15 Frauen pro Jahr, die mehrfach spenden", sagte Wolfsburgs Kliniksprecher Thorsten Eckert. Mit der Milch würden jährlich über 60 EmpfängerInnen versorgt. "Die Bereitschaft zu spenden, ist sehr groß und steigend", sagte Eckert.

Medizinisch und ethisch unkontrollierten Abgabe von Muttermilch vorbeugen

"Die Erfahrungen sind positiv", bestätigte auch das Gesundheitsministerium. Eine Sprecherin verwies zudem darauf, dass neben den vom Land geförderten Einrichtungen das AKH Celle aus Eigenmitteln eine Frauenmilchbank eröffnet habe. Ein zentraler Aspekt in der Debatte um erste Einrichtungen war 2016, die Sorge vor einer Zunahme des privaten und des Internethandels mit Muttermilch. Wichtiges Ziel ist, einer medizinisch und ethisch unkontrollierten Abgabe von Muttermilch vorzubeugen.

Ihr Forderung nach einem Ausbau in Niedersachsen begründete die Frauenmilchbank-Initiative, damit dass die Banken in Hannover, Vechta und Wolfsburg zwar die Versorgung der eigenen PatientInnen sicherstellen könnten. Sie seien aber nicht groß genug, um die anderen Kliniken mit zu versorgen.

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