Gefährdete Versorgung mit Blutprodukten durch COVID-19

Durch die andauernde Corona-Pandemie drohen weiterhin Engpässe bei Blutprodukten. Wenn diese nicht ausreichend vorhanden sind, kann das die Versorgung etwa von Unfallopfern oder Menschen, die an Blutbildungsstörungen oder Tumorerkrankungen leiden, gefährden.

Spendenbereitschaft besonders in Krisenzeiten entscheidend

Durch die andauernde Corona-Pandemie drohen weiterhin Engpässe bei Blutprodukten. Wenn diese nicht ausreichend vorhanden sind, kann das die Versorgung etwa von Unfallopfern oder Menschen, die an Blutbildungsstörungen oder Tumorerkrankungen leiden, gefährden. Die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e.V. (DGTI) ruft deshalb zur regelmäßigen Blutspende auf. Nach Ansicht der Fachgesellschaft gilt in Zeiten der Coronavirus-Krise einmal mehr: Die Blutspende rettet Leben. Im Rahmen einer Online-Pressekonferenz am 14. September schildern TransfusionsmedizinerInnen die aktuelle Versorgungslage.

Blutprodukte haben mitunter eine geringe Haltbarkeit. Während Erythrozyten-Konzentrate bis zu 42 Tage gelagert werden können, verfallen Thrombozyten-Konzentrate schon vier bis fünf Tage nach der Blutspende. "Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir die Lager regelmäßig mit neuen Blutspenden auffüllen können, um den Bedarf zu decken", erläutert Professor Dr. med. Hermann Eichler, 1. Vorsitzender der DGTI. In den Sommermonaten komme es häufig zu einem Rückgang an Blutspenden, weil viele potenzielle Blutspendende im Urlaub sind oder ihre Freizeit eher im Freien verbringen. In diesem Jahr hat jedoch auch die Corona-Pandemie Einfluss auf die Spendenbereitschaft: "Viele Menschen meiden Aktivitäten, bei denen sie sich unter Menschen begeben müssen aus Sorge, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Dazu können auch Besuche in Kliniken und dort ansässigen Blutspendediensten gehören", so der Direktor des Instituts für Klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes weiter.

Dabei müssen sich BlutspenderInnen keine Sorgen darüber machen, sich bei der Blutspende mit dem Virus anzustecken. "Die Blutspendedienste haben ihre ohnehin schon strengen Hygienestandards im Zuge der Corona-Krise noch weiter erhöht. Die empfohlenen Mindestabstände werden eingehalten und Spendenwillige mit Krankheitssymptomen erhalten keinen Zugang zum Spendenlokal. Es besteht auch keine Gefahr, dass sich Patienten über Blutprodukte mit dem Corona-Virus anstecken. Bislang ist kein Fall bekannt, bei dem das Corona-Virus über gespendetes Blut übertragen wurde", erläutert Eichler. Der Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2 ist die Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Die DGTI ruft alle potenziellen SpenderInnen auf, regelmäßig zur Blutspende zu gehen. "Denn gerade in Zeiten der Coronavirus-Krise rettet die Blutspende viele Leben", so der Experte abschließend.

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