Gerald Quitterer will Präsident der Bundesärztekammer werden

Beim Deutschen Ärztetag in Münster wird kommende Woche entschieden, wer an der Spitze der Bundesärztekammer stehen soll. Der niederbayerische Hausarzt Gerald Quitterer ist einer der vier Bewerber um das höchste Amt der ärztlichen Selbstverwaltung.

Bayerischer Ärztepräsident strebt Präsidentenamt der Bundesärztekammer an

Beim Deutschen Ärztetag in Münster wird kommende Woche entschieden, wer an der Spitze der Bundesärztekammer stehen soll. Der niederbayerische Hausarzt Gerald Quitterer ist einer der vier Bewerber um das höchste Amt der ärztlichen Selbstverwaltung.

Gerald Quitterer ist ein Hausarzt vom alten Schlag. Jetzt möchte er als Präsident der Bundesärztekammer die Interessen aller 392.000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland vertreten. Beim Deutschen Ärztetag (28. bis 31. Mai) im westfälischen Münster ist der Niederbayer einer der vier Bewerber auf das Spitzenamt.

Auch nach mehr als 30 Jahren, die er als Allgemeinmediziner im niederbayerischen Eggenfelden arbeitet, liebe er den Kontakt zu Patienten, sagt er. "Ich mache das unheimlich gerne." Aber auch das Engagement in der ärztlichen Berufspolitik bereite ihm Freude, ergänzt Quitterer. 1998 wurde er zum ersten Mal als Delegierter in die Bayerische Landesärztekammer gewählt, die er seit Februar 2018 als Präsident leitet.

Erfahrung im Umgang mit kontroversen Fragen

Die Berufserfahrung im ländlichen Niederbayern, auf die der 63-Jährige zurückblicken kann, ist seiner Ansicht nach ein Vorteil, wenn es darum geht, mehrheitsfähige Positionen zu kontroversen Fragen zu finden. Beim Thema Impfen etwa hält er es zwar für wichtig, dass noch mehr Menschen sich und ihre Kinder immunisieren lassen. Eine Impfpflicht hält er aber für den falschen Weg. "Denn eine Pflicht führt immer auch zur Ablehnung", argumentiert er.

Bei der Organspende ist er gegen eine Widerspruchslösung, wie sie etwa in Österreich oder Spanien gilt, und die auch in Deutschland von immer mehr Politikern und Ärzten gefordert wird. "Organspende ist ein Geschenk, und ein Geschenk muss freiwillig sein", sagt Quitterer. Er hält es aber für sinnvoll, von den Bürgern stärker einzufordern, ob sie sich für oder gegen eine Organspende entscheiden wollen.

Bürokratische Vorschriften oftmals Belastung für Mediziner

Auf die Frage, was am Arztberuf belastend sein kann, antwortet Quitterer zuerst mit Erlebnissen, die ihn menschlich berühren: "Wenn ein todkranker Patient, den ich lange betreut habe, mich nicht mehr erkennt, dann nimmt mich das mit." Aber auch bürokratische Vorschriften und ständig neue Gesetze seien immer wieder eine Belastung für Mediziner. Seiner Ansicht nach oftmals eine überflüssige Belastung.

In seiner Familie mit vier inzwischen erwachsenen Kindern habe er aber immer Kraft auch für den Beruf schöpfen können, erzählt Quitterer. Für Hobbys, wie etwa seine Leidenschaft für Auto-Basteleien oder fürs Gitarre spielen, habe er indes leider kaum noch Zeit.

Ein nicht zu unterschätzender Kandidat

Wegbegleiter, die Quitterer lange kennen, sagen, es könne leicht passieren, dass man ihn unterschätzt. Er spricht leise, in Gruppen fällt er am ehesten dadurch auf, dass er ein bis zwei Köpfe kleiner ist als die meisten anderen Männer. Auf dem Berliner Parkett, auf dem er als Präsidiumsmitglied der Bundesärztekammer schon seit einiger Zeit unterwegs ist, zeichnet ihn auch seine niederbayerische Sprachfärbung aus. Die will er aber gar nicht ablegen: "Man darf schon hören, wo ich herkomme."

Dass er nicht nur ein Mann der Kompromisse und der leisen Töne ist, hat Quitterer gezeigt, als der Bayerische Hausärzteverband vor elf Jahren die Allgemeinmediziner zum kollektiven Ausstieg aus dem Kassenarztsystem aufforderte. Als der Konflikt mit Krankenkassen und Politik damals immer weiter eskalierte und auch bundesweit Schlagzeilen machte, gehörte Quitterer zu den Verfechtern einer harten Linie. Das sogenannte Korbmodell fand am Ende zwar nicht genug Unterstützer. Doch der lautstarke Protest habe geholfen, die Arbeitsbedingungen der Hausärzte zu verbessern, glaubt Bayerns Ärztepräsident. "Das ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte", sagt er.

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