Gericht sucht Gutachter für Prozess um Hüft-Implantate

Mit 52 Jahren muss sich ein Berufskraftfahrer am Hüftgelenk operieren lassen. Nun sitzt er seit Jahren im Rollstuhl und kämpft um Schadenersatz. Das Gericht will jetzt Gutachter einschalten – muss diese aber erst einmal finden.

In dem Schadenersatz-Prozess um angeblich mangelhafte Hüftgelenkimplantate sollen jetzt Gutachter eingeschaltet werden. Sie sollen klären, ob die gesundheitlichen Probleme des Klägers wirklich auf die Implantate zurückzuführen sind, erklärte Richter Michael Kücken am Freitag am Landgericht Neubrandenburg. Man brauche ärztliche und auch orthopädische Sachverständige. So sei unklar, woher die erhöhten Metall-Ionenwerte im Blut des inzwischen 59-jährigen Klägers kommen. Der Mann aus Zarnekow (Kreis Mecklenburgische Seenpatte) wurde seit 2009 mehrfach operiert und ist seither erwerbsunfähig. Er sitzt im Rollstuhl und kann nach eigen Angaben nur mit Schmerzmitteln leben.

Der ehemalige Berufskraftfahrer macht seit vier Jahren die englische Tochterfirma des amerikanischen Gelenkherstellers für seine Probleme verantwortlich. So erlitt er nach einer Hüftoperation einen Oberschenkelhalsbruch, so dass eine weitere Operation nötig war. Er führt auch die erhöhten Metallkonzentrationen in seinem Blut, die weitere Erkrankungen zur Folge hätten, auf die angeblich mangelhaften Prothesen zurück.

Hüftgelenk wurde bereits 2010 zurückgerufen

Das Unternehmen hatte die Hüft-Implantate 2010 selbst vorsorglich zurückgerufen, weil sie eigenen Maßstäben nicht mehr entsprachen. Anwälte der Firma haben Haftungsansprüche von Patienten in solchen Fällen bisher immer zurückgewiesen.

“In diesem Fall ist es ein tragischer Verlauf, aber das hat nichts mit der Prothese zu tun”, bekräftige Torsten Sill als Anwalt der beklagten Firma am Freitag. Es handele sich vielmehr um eine “typische Krankenhausinfektion.”

Der Kläger zeigte sich verärgert über die Aussagen der Implantatfirma. “Ich war vor den Operationen ein gesunder Mensch”, sagte er. Nach zwei Hüftoperationen in einer Klinik in Altentreptow war er später nach Rostock gewechselt. Versuche, die Haftpflichtversicherung der Altentreptower Klinik in Anspruch zu nehmen, seien gescheitert. Man bemühe sich aber, die Klinik mit in den Prozess einzubeziehen, hieß es.

Nun soll der Kläger auch Gutachter vorschlagen. Richter Kücken will selbst an Bundesbehörden und einen Rostocker Verein für Qualitätssicherung bei Implantaten herantreten, um Gutachter zu finden, die von beiden Seiten akzeptiert werden. Der Prozess soll am 17. Juni fortgesetzt werden. Dann soll unter anderem der genaue Prüfauftrag für mögliche Gutachter formuliert sein.

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