Gesunde Ernährung gegen Depression

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Personen, die einer gesunden Ernährungsweise folgen, die vor allem auf Obst, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte setzt, können laut einer neuen Studie(DOI:10.1186/s12916-015-0428-y) ein reduziertes Depressionsrisiko aufweisen.

“Wir wollten herausfinden, welchen Einfluss die Ernährung auf die psychische Gesundheit hat, da wir der Überzeugung sind, dass bestimmte Ernährungsweisen protektiv wirken,” erklärt Forschungsleiterin Almudena Sánchez-Villegas, von der Universität Las Palmas Gran Canaria, Spanien. “Viele Diäten sind schon lange mit physischer Gesundheit assoziiert. Nun konnten wir darstellen, dass sich auch positive Effekte auf die psychische Gesundheit zeigen.”

In der Vergangenheit lag das Interesse der Forschung, in Bezug auf die Ernährung und ihrer Einflüsse, eher auf der Prävention von nicht ansteckenden Krankheiten wie kardiovaskulären Beschwerden und Karzinomen, der Einfluss auf die Entwicklung psychischer Störungen wurde bislang weitestgehend außer Acht gelassen.

Für die Studie verglichen die Forscher drei Ernährungsmodelle miteinander, bei denen zuvor festgestellt wurde, dass sie inverse Wirkungen auf die Mortalität bei unterschiedlichen Erkrankungen, wie kardiovaskulären Beschwerden und Karzinomen, aufweisen. Dafür wurden die Daten von 15.093 Teilnehmern des SUN (Seguimiento Universidad de Navarra) Projekts analysiert. Das SUN Projekt ist eine Kohortenstudie, die im Jahre 1999 begann und zuvor von Forschern genutzt wurde, um Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu identifizieren, welche die Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher gesundheitlicher Zustände verändern.

Zu Beginn der Studie waren alle Teilnehmer frei von Depressionen. Die Forscher ermittelten die Ernährungsgewohnheiten mittels eines Fragebogens am Anfang der Studie und abermals nach 10 Jahren. Die Befolgung einer ausgewählten Diät wurde mit Hilfe eines Scoring-Systems bestimmt. Lebensmittel wie Fleisch und Süßigkeiten bekamen eine negative Punktzahl. Nüsse, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse hingegen wurden positiv bewertet.  Am Ende des Beobachtungszeitraumes berichteten 1.550 Studienteilnehmer von einer diagnostizierten Depression oder der Verschreibung von Antidepressiva.

Von den drei Diäten konnte der Alternative Healthy Eating Index-2010 die größte Reduktion im Depressionsrisiko bewirken. Bei dieser Diät wird der Schwerpunkt vor allem auf einen hohen Verbrauch von Gemüse, Obst, Vollkornbrot, Nüssen, Hülsenfrüchten, langkettigen Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren und mehrfach ungesättigten Fettsäuren gelegt. Jedoch konnte eine moderate Adhärenz bei allen drei Diäten der Studie das Risiko an einer Depression zu erkranken nachweislich senken. Dies veranlasste die Forscher zu dem Schluss, dass das geminderte Risiko aufgrund der gemeinsamen Basis, die alle drei Diäten teilen, zustande kommt, dem hohen Anteil an bestimmten Lebensmittel.

“Das Schutzschild ist den einzelnen Bestandteilen zuzuschreiben, so können wohl Nüsse, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse (Quellen für Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Mineralien) das Risiko an Depression zu erkranken senken,” erklärt Sánchez-Villegas.

Zwar konnte eine Reduktion im Erkrankungsrisiko im Vergleich von moderater Adhärenz mit geringer Adhärenz nachgewiesen werden, ein Vergleich zwischen moderater und hoher Adhärenz konnte lediglich einen sehr kleinen Unterschied deutlich machen. Sánchez-Villegas begründet dies mit einem möglichen Schwellenwert: “Ein auffallender Unterschied tritt dann auf, wenn ein Patient eine gesündere Ernährungsweise beginnt. Auch ein moderates Folgen der Vorgaben zeigt eine wichtige Reduktion im Risiko an einer Depression zu erkranken. Allerdings konnten wir keinen zusätzlichen Nutzen einer besonders strikten Befolgung der Ernährungsumstellung feststellen. So scheint es, dass sobald ein Schwellenwert erreicht ist, die Risikoreduktion eine Art Plateau annimmt. Auch wenn die Teilnehmer sich strikter an ihre Vorgaben halten und sich noch gesünder ernähren als andere Patienten.”

Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Depression sein könnte. Da diese Studie auf Selbstauskünften der Teilnehmer beruht und die Abfrage nur an zwei weit auseinander liegenden Zeitpunkten stattfand, erklären die Forscher, dass noch weiterer Aufklärungsbedarf besteht, um  diese mögliche Dosis-Wirkungs-Beziehung genauer zu hinterfragen.

Text: esanum/sb

Foto: Oleksandra Naumenko / Shutterstock.com

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