Gesundheitsämter suchen dringend Mediziner

Thüringer Gesundheitsämter suchen händeringend Ärzte. Gegen die Konkurrenz der Krankenhäuser, die Mediziner besser bezahlen, kommen sie nur schwer an. Nun will das Land handeln – mit Gehaltsz

Thüringer Gesundheitsämter suchen händeringend Ärzte. Gegen die Konkurrenz der Krankenhäuser, die Mediziner besser bezahlen, kommen sie nur schwer an. Nun will das Land handeln – mit Gehaltszuschüssen.

Im Kampf gegen Ärzte-Engpässe in den Thüringer Gesundheitsämtern will das Sozialministerium die Kommunen finanziell unterstützen. Das von der Linke-Politikerin Heike Werner geführte Ministerium peilt ab 2016 die Übernahme der Kosten für mögliche Gehaltszuschüsse durch das Land an, wie ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ziel sei es, die Arbeit im öffentlichen Gesundheitsdienst mit einer besseren Bezahlung wieder attraktiver für Mediziner zu machen. Derzeit liegt das Monatseinkommen von Ärzten im öffentlichen Dienst deutlich unter dem von Klinikärzten. In den Gesundheitsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte gibt es laut Ministerium 77 Arzt- und 21 Zahnarztstellen.

Bereits in diesem Jahr soll es außerdem Landeszuschüsse für die Weiterbildung des Mediziner-Nachwuchses zum Amtsarzt geben. Dafür sind laut Ministerium 50 000 Euro im kürzlich beschlossenen Haushalt vorgesehen. Die Höhe der für Gehaltszuschüsse im öffentlichen Gesundheitsdienst veranschlagte Summe werde erst Thema in den Etatverhandlungen für 2016 und 2017 sein, sagte Sprecher Matthias Hinze.

Hintergrund für die Gehaltsunterschiede – Ärztevertreter sprechen von bis zu 1000 Euro monatlich – sind unterschiedliche Tarifregelungen. Für Klinikärzte gilt der von der Ärztegewerkschaft Marburger Bund ausgehandelte eigenständige Tarifvertrag, Mediziner in Gesundheitsämtern werden nach dem Flächentarif des öffentlichen Dienstes bezahlt. Die Kommunen können den Medizinern zwar Zuschläge zahlen, der Thüringer Landkreistag sah in der Vergangenheit allerdings stets das Land in der Pflicht.

In den nächsten zehn Jahren gehen nach Ministeriumsprognosen mindestens 31 in Vollzeit beschäftigte Mediziner im öffentlichen Dienst in den Ruhestand. Derzeit sind unter anderem in den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt und im Altenburger Land Arztstellen in den Gesundheitsämtern ausgeschrieben.

Gesundheitsämter sind unter anderem für Einschulungs-, Schul- und Reihenuntersuchungen, die Erfassung meldepflichtiger Erkrankungen, die Hygieneüberwachung in Gemeinschaftseinrichtungen und Kliniken, die Kontrolle des Trinkwassers und den sozialpsychiatrischen Dienst verantwortlich. Zu den klassischen amtsärztlichen Aufgaben gehören auch Begutachtungen und die Ausstellung von Gesundheitszeugnissen.

Text und Foto: dpa /fw

esanum is an online network for approved doctors

esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

esanum est un réseau social pour les médecins. Rejoignez la communauté et partagez votre expérience avec vos confrères. Actualités santé, comptes-rendus d'études scientifiques et congrès médicaux : retrouvez toute l'actualité de votre spécialité médicale sur esanum.