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Global Burden of Disease: woran erkrankten und starben die Mensche weltweit im letzten Jahr?

Metabolisches Syndrom  auf dem Vormarsch. Wie jedes Jahr wurde im renommierten Journal The Lancet ein Bericht über den Gesundheitszustand und die globale Krankheitslast rückblickend auf das Vorjahr publiziert. 1870 Experten aus 127 Länder haben sich daran beteiligt.

Metabolisches Syndrom  auf dem Vormarsch.

Wie jedes Jahr wurde im renommierten Journal The Lancet ein Bericht über den Gesundheitszustand und die globale Krankheitslast rückblickend auf das Vorjahr publiziert. 1870 Experten aus 127 Länder haben sich daran beteiligt.

Das Projekt Global Burden of Disease (GBD) hat sich die Quantifizierung von Todesfällen, Krankheit, Behinderung und Risikofaktoren, aufgeteilt nach Regionen und Bevölkerungsgruppen, zur Aufgabe gemacht. Anhand dieser Informationen ist es möglich, wichtige Informationen abzuwägen, die von politischen Entscheidungsträgern zur Prioritätensetzung genutzt werden können.

Die GBD-Studie wurde 1992 von der Harvard School of Public Health, der Weltgesundheitsorganisation und der Weltbank ins Leben gerufen. Sie quantifiziert und untersucht 135 Krankheiten und Behinderungen, und versucht anhand dieser Daten weltweit die Ursachen für Sterblichkeit und Krankheiten zu ergründen. Ziel ist es, anhand dieser Daten Prognosen zu erstellen, die eine weltweite Verbesserung der Gesundheitszustände erlauben.

Der Bericht ist dafür konzipiert, um die Regierungen, NGOs und unterschiedlichen Akteure der globalen Gesundheitpolitik zu informieren und zu helfen, wirksame Agenden zu erstellen. Im Bericht wurden Daten zu 1990 bis 2015 über 249 Todesursachen, 315 Verletzungsarten und Krankheiten, und 79 Risikofaktoren in 195 Ländern erfasst. In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Steigende Lebenserwartung

Seit 1980 ist die Lebenserwartung der Weltbevölkerung drastisch gestiegen. Sie beträgt bei Männern 69 Jahre und 74,8 bei Frauen – somit ist sie 10 Jahre höher, als noch vor 35 Jahren. Der größte Faktor für diese starke Reduktion ist der erfolgreiche Kampf gegen Infektionskrankheiten, insbesondere HIV/AIDS, Malaria und Durchfallerkrankungen. Krebs- und kardiovaskuläre Erkrankungen sind ebenso leicht zurückgegangen.

Kopfschmerzen, kaputte Zähne, Taubheit und Blindheit

Die wichtigsten Ursachen für Behinderung, mittels YLD (years lived with disability) gemessen, sind seit 1990 relativ gleich geblieben.

Rücken- und Nackenschmerzen, Blind- und Taubheit, Depression und Anämie stellten die wichtigsten Gesundheitsverluste (im Sinne von Behinderung oder Erkrankung) in 2015 dar. Die Forscher haben 8 chronische Erkrankungen identifiziert, die 1 von 10 Menschen weltweit betreffen:

Andererseits hat die Prävalenz von 14 anderen chronischen Erkrankungen überraschenderweise abgenommen, unter anderem Asthma, Gebärmutterhalskrebs, COPD und Herzinfarkte.

Kranke Menschen leben länger

Als Maßeinheit für ‘Lebensqualität’ wurde das Disability-Adjusted Life Year (DALY) eingeführt – ein negativer Behinderungsindex, der bei hohen Werten eine niedrige Lebensqualität beschreibt. Das DALY misst Gesundheitslücken. Es beschreibt den Unterschied zwischen einer tatsächlichen Situation und einer idealen Situation, in der jede Person bei voller Gesundheit bis zu dem Alter lebt, das den Standardwerten der Lebenserwartung entspricht.

Diese Standard-Lebenserwartung wurde festgelegt mit 80 Jahren für Männer und 82,5 Jahren für Frauen. Die mit einer Behinderung gelebte und die durch vorzeitigen Tod verlorene Lebenszeit wird im DALY kombiniert: die durch vorzeitigen Tod verlorenen Lebensjahre (Years of life lost = YLL) entsprechen im Wesentlichen der Anzahl von Todesfällen, multipliziert mit der verbliebenen Lebenserwartung in dem Alter, in dem der Tod vorzeitig eintritt.

Zwischen 1990 und 2015 ist die Lebenserwartung um 10 Jahre höher geworden. Betrachtet man die krankheitsfreie Lebenserwartung, hat sie sich jedoch nur um 6 Jahre verlängert. Die Krankheitslast, mittels DALYs gemessen, ist zugunsten der nicht-übertragbaren Erkrankungen verschoben

Trinkbares Wasser, Hygiene, Diät und Drogengebrauch

In 2015 waren die wichtigsten Risikofaktoren für vorzeitige Mortalität unter anderem das Rauchen, arterieller Blutdruck, hoher Blutzuckerwert, hoher BMI und Unterernährung in der Kindheit.

Seit 1990 ist die mit hohem BMI-, Krebs-, Drogenverbrauch-, Umweltverschmutzung- und hohem Blutdruck-assoziierte Mortalität drastisch gestiegen.

In vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen leiden die Menschen noch unter mangelnder Hygiene, und schlechten Zugang zu trinkbarem Wasser. Insgesamt hat aber die mit der Hygiene verbundenen Mortalität weltweit abgenommen.

Schwangerschaft und Geburt

Seit 1990 ist die Schwangerschaftsmortalität von 282 per 100.000 auf 196 per 100.000, um ein Drittel gesunken. Nichtsdestotrotz sind in 2015 mehr als 275.000 Frauen bei der Geburt an prinzipiell vermeidbaren Ursachen bedauerlicherweise gestorben. Darüber hinaus ist die Schwangerschaftsmortalität seit 2000 gestiegen (in 24 Ländern). Es liegt vor allem an den vielen Konflikten und Krisen, wie in Palästina, Afghanistan oder auch Griechenland. Überraschenderweise zählen die USA und Luxemburg auch zu den 24 Ländern, sie haben jedoch sehr niedrige Mortalitätsraten. Die wichtigste Todesursache in den Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen ist die perinatale Blutung, in den entwickelten Ländern sind eher Herzkrankheiten, und Komplikationen ursächlich.

Kindersterblichkeit

In 1990 sind 12 Millionen Kinder unter dem 5. Lebensjahr verstorben. In 2015 waren es 5,8 Millionen Kinder. Zudem sind die Unterschiede zwischen armen und reichen Länder am sinken. Diese positive Entwicklung wird durch den Kampf gegen Malaria, Durchfallerkrankungen und Masern erklärt. Die Säuglingssterblichkeit singt jedoch langsamer und benötigt mehr Achtsamkeit, denn Sie ist für die Hälfte der Kindersterblichkeit Weltweit verantwortlich. Die Länder mit der höchsten Säuglingssterblichkeit sind:

Insgesamt zeigt der Bericht eine positive Entwicklung in den letzten Jahren, wahrscheinlich bedingt durch den starken Einsatz gegen Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Malaria und HIV/AIDS. Die Nicht-übertragbaren Krankheiten stellen sicherlich die neue globale Herausforderung dar, denn immer mehr Kinder und Erwachsene in armen und reichen Ländern leiden am metabolischen Syndrom (mit Dyslipidämie, arteriellem Hypertonus, Diabetes und Übergewicht).

Quellen:

Global, regional, and national comparative risk assessment of 79 behavioural, environmental and occupational, and metabolic risks or clusters of risks, 1990–2015: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2015, Prof. Christopher J L Murray et al., The Lancet. published online 6 October 2016.

Global, regional, and national disability-adjusted life-years (DALYs) for 315 diseases and injuries and healthy life expectancy (HALE), 1990–2015: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2015, Prof. Christopher J L Murray et al., The Lancet. published online 6 October 2016.