Gröhe fordert globales Vorgehen gegen Epidemien

Ebola hat die Weltgemeinschaft wachgerüttelt: Gesundheitspolitik muss im 21. Jahrhundert global sein. Deutschland hat während seiner G7-Präsidentschaft Probleme wie Ebola und Antibiotika-Resistenze

Ebola hat die Weltgemeinschaft wachgerüttelt: Gesundheitspolitik muss im 21. Jahrhundert global sein.

Deutschland hat während seiner G7-Präsidentschaft Probleme wie Ebola und Antibiotika-Resistenzen auf die Tagesordnung gesetzt. Viel passiert ist noch nicht.

Gesundheitsminister Herrmann Gröhe (CDU) hat vor einem Treffen mit seinen Kollegen aus den sieben führenden Industrienationen (G7) zum verstärkten Kampf gegen Epidemien aufgerufen. “Nur mit gemeinsamen internationalen Anstrengungen werden wir die Menschen auch in Deutschland wirksam vor multiresistenten Keimen und grenzüberschreitenden Epidemien schützen können”, sagte Gröhe den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag). Gesundheit müsse mehr denn je global gedacht werden.

Die G7-Gesundheitsminister beraten von Donnerstag an (13.30 Uhr) über das weltweit zunehmende Problem von Antibiotika-Resistenzen. Gröhe hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass die Wirkung dieser Medikamente verpuffe, wenn sie nicht gezielt genug gegen Bakterien eingesetzt würden. Zudem nehmen die Menschen unkontrolliert Antibiotika über Nahrungsmittel auf, weil diese unter anderem in der Tiermast eingesetzt werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte das Problem der Antibiotika-Resistenzen auch auf dem G7-Gipfel im bayerischen Elmau zum Thema gemacht. In ihrer Abschlusserklärung bekräftigten die Staats- und Regierungschefs, dagegen vorgehen und den globalen Aktionsplan der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützen zu wollen. Insofern ist das Treffen jetzt in Berlin, an dem auch WHO-Generaldirektorin Margaret Chan teilnehmen wird, die Fortsetzung der Beratungen auf Ressortchefebene.

Neben dem Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen in der Humanmedizin und in der Tiermast sollen die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika und alternativer Therapiemethoden vorangetrieben werden. Von den 20 größten Pharmakonzernen, die in den 1990er Jahren in der Antibiotika-Forschung aktiv waren, waren dem Vernehmen nach 2014 nur noch vier in diesem Bereich tätig.

Am Freitag wollen sich die G7-Minister dann mit dem Thema Ebola befassen. Gröhe betonte wiederholt, dass man sich jetzt schon auf künftige Krisen vorbereiten müsse, unter anderem durch Stärkung der Gesundheitssysteme vor Ort und der internationalen Institutionen. Die WHO müsse als Wächter der globalen Gesundheit reformiert werden. Der WHO wurde unter anderem vorgehalten, viel zu spät auf die jüngste Ebola-Krise in Westafrika reagiert zu haben.

Parallel zu den Gesundheitsministern kommen auch die G7-Wissenschaftsminister zu Beratungen zusammen. Deutschland hat noch bis Jahresende den Vorsitz in der G7 inne.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Kordula Schulz-Asche kritisierte, die Weltgemeinschaft sei weiterhin nicht in der Lage, Menschen besser vor Infektionskrankheiten und Antibiotika-Resistenzen zu schützen. Sie müsse sich endlich auf verbindliche Maßnahmen und abgestimmtes Handeln einigen. “Die Bundesregierung steht nun in der Bringschuld.”

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, die als einzige sehr schnell auf Ebola reagierte, forderte die Bundesregierung auf, den gesundheitspolitischen Ankündigungen des Gipfels im Juni endlich Taten folgen lassen. Die Ministertreffen in Berlin müssten endlich eine effiziente Epidemie-Bekämpfung und Forschungsfonds beschließen.

Text und Foto: dpa /fw

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