Größeres Gehirn durch Omega-3

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Im Rahmen einer neuen Studie wurde der Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf die Entwicklung des Gehirns von Föten untersucht, die Ergebnisse erscheinen vielversprechend.

In der Schwangerschaft ist es vor allem wichtig, dass dem Ungeborenen über die Nahrung der Mutter essenzielle Nährstoffe zugeführt werden. Da die Entwicklung des Gehirns bereits im Mutterleib weitgehend abgeschlossen ist, beeinflusst ein Nährstoffdefizit dieses Organ tendenziell signifikanter als es bei anderen Organen der Fall ist. Eine kürzlich veröffentlichte Studie (DOI: 10.1002/stem.2246) unter der Leitung von Noriko Osumi an der Tohoku University’s School of Medicine hat den Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf die Entwicklung des Gehirns von Föten untersucht.

100 Gramm Leinöl enthalten 55 Gramm Omega-3

Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren gelten als essenzielle Fettsäuren, weil der Körper diese nicht selbst produzieren kann. Daher sollten diese Nährstoffe über die Nahrung zugeführt werden. Dies kann durch den Konsum von fettreichem Fisch erfolgen, darunter vor allem Lachs, Thunfisch und Hering. Wer auf die pflanzliche Kost setzen möchte, kann zum Beispiel auf Leinöl zurückgreifen, was sich in Hinblick auf den Gehalt der Omega-3-Fettsäure als effizienter erweist. So werden in 100 Gramm Leinöl ungefähr 55 Gramm Omega-3-Fettsäuren nachgewiesen, wohingegen fettreiche Fische zwischen 1,4 bis 2,6 Gramm des besagten Nährstoffes enthalten. Ein Mangel der Fettsäuren kann den Sauerstofftransport, die Energiespeicherung, Funktionen der Zellmembran und das Abschwächen von Entzündungen einschränken.

Unverhältnismäßiger Konsum von Omega-3 und Omega-6 ist suboptimal

Noriko Osumi hat mit seinem Forscherteam den Einfluss von Omega-Fettsäuren auf Neugeborene evaluiert, indem schwangeren Ratten ein hoher Anteil an Omega-6 zugeführt wurde und ein geringer Omega-3-Anteil. Es kristallisierte sich heraus, dass junge Ratten, denen über das Muttertier wenig Omega-3 zugeführt wurde, ein signifikant kleineres Gehirn aufwiesen, im Vergleich zu Ratten, denen ein hoher Omega-3-Anteil verabreicht wurde. Des Weiteren ließen die Ratten mit einem geringeren Omega-3-Gehalt Angstzustände im Erwachsenenalter vermerken.
Die Studienautoren schlussfolgern: “Unsere Ergebnisse indizieren belastbare Evidenzen darüber, dass ein übertriebener Omega-6-Konsum in Kombination mit einer unzureichenden Menge an Omega-3 mütterlicherseits, zu einer abnormalen Gehirnentwicklung führen kann, die mentale Langzeitschäden des Nachwuchses initiieren kann.”

Im Allgemeinen wird empfohlen, Omega-6 und Omega-3 in gleicher Menge zu konsumieren. Der deutsche Internist Dr. Peter Singer empfiehlt eine tägliche Omega-3-Zufuhr von mehr als 0,3 Gramm EPA und DHA. Schwangere sollten dagegen mindestens 0,5 Gramm EPA und DHA täglich zu sich nehmen.

Text: esanum /Daniela Feinhals

Foto: morisfoto / Shutterstock.com

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