Haben Rothaarige ein erhöhtes Hautkrebsrisiko?

Eine neue Studie hat nun explizit das Hautkrebsrisiko für Rothaarige durchleuchtet. Erkranken rothaarige Menschen häufiger an Hautkrebs? Und wenn ja, woran liegt das?

Eine neue Studie hat nun explizit das Hautkrebsrisiko für Rothaarige durchleuchtet.

Erkranken rothaarige Menschen häufiger an Hautkrebs? Und wenn ja, woran liegt das? Zum ersten Mal wurde das Hautkrebsrisiko explizit bei rothaarigen Menschen geschätzt. Damit nicht genug, die Forscher stießen zudem auf unerwartete Ergebnisse.

Es ist bekannt, dass durch UV-Licht-Exposition die Entwicklung eines Hautkrebses begünstigt wird. Ursächlich dafür ist die DNA-Schädigung von Hautzellen. Rothaarige Menschen mit heller Haut sind den UV-Strahlen besonders empfindlich gegenüber. Diese Gruppe von Menschen machen ein bis zwei Prozent der globalen Bevölkerung aus und der höchste Anteil an Rothaarigen kommt in Nordeuropa vor, darunter Schottland mit 13 Prozent (etwa 660.000 Menschen im Jahr 2005), Irland mit 420.000 (etwa zehn Prozent) und Wales mit circa 290.000 (etwa zehn Prozent). Ursache ist eine Variation auf dem Chromosom 16, die zu einer Veränderung des Proteins MC1R führt: Anstatt des dunklen Melanins befindet sich Phäomelanin in Haut, Haaren und Augen, was zudem zu einer empfindlicheren hellen Haut und vermehrt zu Sommersprossen führt. Da der Phänotyp rezessiver Natur ist, muss ein Individuum zwei Allele haben, um rothaarig zu sein.

Das MC1R-Gen kodiert den Melanocortin-1-Rezeptor, der in der Melaninproduktion involviert ist. Es gibt zwei Formen von Melanin – die Eumelanin, die gegen UV-Strahlen schützt, und die Phäomelanin, die keinen Schutz für die Zellen bietet.
Die Mutationen im MC1R-Gen bei Rothaarigen schränken die Produktion von Eumelanin ein und ergeben somit eine Dysbalance zugunsten von Phäomelanin.

UV-assoziierte Mutationen in den Tumorzellen bei 42 Prozent der Rothaarigen

Die Forscher vom Wellcome Trust Sanger Institut haben das Hautkrebsrisiko bei Rothaarigen durchleuchtet. Sie haben hierfür DNA-Sequenzen von geschädigten Zellen von 400 Individuen aus der ganzen Welt untersucht. Bei 42 Prozent der Menschen mit dem atypischen MC1R-Gen zeigten sich UV-assoziierte Mutationen in den Tumorzellen. Die aus dem defekten MC1R-Gen hervorgerufenen Mutationen entsprachen einer zusätzlichen Sonnen-Expositionsdauer von 21 Jahren!

Wie ist es aber bei den phänotypisch dunkelhaarigen Menschen, die gleichzeitig Allelträger sind? Auch bei denen zeigte sich ein erhöhtes Risiko für DNA-Schädigung.
Veranlasst dies, eine Genanalyse zu machen? Wahrscheinlich nein, aber Verwandte von rothaarigen Menschen sollen auch darauf achten, sich ausreichend vor den Sonnenstrahlen zu schützen.

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