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Hauttoxizitäten unter Hydroxycarbamid-Therapie beachten

Hautveränderungen sind bei Behandlung mit Hydroxycarbamid häufiger als mit anderen zytoreduktiven Therapien. Dies ergab eine prospektive, nichtinterventionelle Studie, die beim DGHO-2017-Kongress am 2. Oktober 2017 in Stuttgart vorgestellt wurde.

Hautveränderungen sind bei Behandlung mit Hydroxycarbamid häufiger als mit anderen zytoreduktiven Therapien.

Dies ergab eine prospektive, nichtinterventionelle Studie, die Dr. Frank Stegelmann, Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Ulm, beim DGHO-2017-Kongress am 2. Oktober 2017 in Stuttgart vorstellte.

Hydroxycarbamid (Hydroxyharnstoff, Hydroxyurea) ist bei klassischen myeloproliferativen Neoplasien (MPN) wie essenzieller Thrombozythämie (ET), Polycythaemia vera (PV) und Myelofibrose (MF) die am häufigsten verwendete zytoreduktive Therapie. Der Antimetabolit hemmt das Enzym Ribonukleotidreduktase, wodurch schnell teilendes Gewebe wie z. B. des hämatopoetischen Systems gehemmt wird. Als unerwünschte Wirkungen treten klinisch relevante Haut- und Schleimhautveränderungen auf, die schwerwiegend oder weniger schwer ausgeprägt sein können, wobei die Übergänge fließend sind. Es können z. B. Hautrötungen, Nagelveränderungen, Xerostomie, Mundulzera, Alopezie, phototoxische Reaktionen Beinulzera, aktinische Keratosen, Basaliome und Plattenepithelkarzinome vorkommen. Beinulzera traten in einer großen randomisierten Studie bei Patienten mit ET in 5 % der der Fälle auf. In einer monozentrischen Studie an Patienten mit MPN wurden sie in 6,8 % der Fälle beobachtet.

Nichtinterventionelle Anwendungsbeobachtung in Ulm und Minden

Im Rahmen einer nichtinterventionellen Anwendungsbeobachtung wurde in Ulm und Minden zwischen Dezember 2010 und November 2016 prospektiv die mukokutane Toxizität der Therapie bei Patienten mit MPN erfasst, die regelmäßig zu ambulanten Kontrollterminen erschienen. In die Auswertung wurden insgesamt 151 MPN-Patienten eingeschlossen, 27 % waren an einer MF und jeweils 36 % an einer ET und einer PV erkrankt. Sie wurden im Median 5,3 Jahre beobachtet und wie folgt behandelt:

In der Hydroxycarbamid-Gruppe traten bei 43 % der Patienten (n = 52) unerwünschte Wirkungen an der Haut auf, die in 13 % der Fälle zum Therapieabbruch führten. In den anderen drei Gruppen zusammen kam es nur bei 9 Patienten (7%) zu Hautnebenwirkungen mit einer Abbruchrate von 2 %. Häufigste Nebenwirkungen in der Hydroxycarbamid-Gruppe waren Hautulzera (n = 11, 9 %) sowie (prä-)maligne Veränderungen (n = 8, 7 %) wie aktinische Keratose (n = 4), Basaliom (n=3) und Melanom (n = 1). Bei 33 Patienten (84 %) wurden z. B. phototoxische Reaktionen, Hyperkeratosen, Mukositis, Schleimhautulzera/Aphthen, Hyperpigmentierung, Erythrodermie, Xerostomie und Nagelveränderungen beobachtet. Gründe für einen Therapieabbruch in der Hydroxycarbamid-Gruppe waren Hautulzera (n = 6), Phototoxizität (n = 5), aktinische Keratose (n = 3) und trockene Haut/Xerostomie (n = 2).

Unter Interferon alfa wurden bei 3 Patienten lokale Hautreaktionen nach subkutaner Gabe sowie 1 Fall einer aktinischen Keratose beobachtet. Unter Anagrelid-Therapie kam es zu 2 Hautulzera, 2 allergischen Reaktionen und 1 Basalzellkarzinom. Keinerlei Hauttoxizitäten traten bei Behandlung mit Ruxolitinib auf.

Diese Ergebnisse legen nach Aussage von Stegelmann nahe, dass die Häufigkeit von Hauttoxizitäten unter Hydroxycarbamid im Vergleich zu anderen zytoreduktiven Arzneimitteln in kontrollierten klinischen Studien genauer untersucht werden muss. Wichtig ist es zudem, eine höhere Aufmerksamkeit für mukokutane Nebenwirkungen zu schaffen, dies gilt insbesondere für langfristig behandelte Patienten. Stegelmann schlug außerdem vor, das Vorgehen zu standardisieren. So sollten gezielte Anamnesefragen entwickelt und die Patienten beispielsweise einmal im Jahr fachärztlich-dermatologisch kontrolliert werden.

Referenz: Stegelmann F, et al. Hydroxyurea ist bei Patienten mit myeloproliferativen Neoplasien mit dem Auftreten von Hauttoxizität assoziiert: Ergebnisse einer prospektiven, nicht-interventionellen Studie. DGHO-2017-Kongress, Stuttgart, 2. Oktober 2017, V673.