Herz-OP mit Roboter

Bei Operationen, bei denen Herzpatientinnen und -patienten Stents erhalten, geht es um Millimeter und Präzision. Computertechnik soll Ärztinnen und Ärzten bei den Eingriffen helfen. Ein Gießener Kardiologie-Team geht dabei voran und sieht einige Vorteile der Technik.

Bundesweite Premiere in Gießener Uni-Klinik

Bei Operationen, bei denen HerzpatientInnen Stents erhalten, geht es um Millimeter und Präzision. Computertechnik soll ÄrztInnen bei den Eingriffen helfen. Gießener KardiologInnen gehen dabei voran und sehen einige Vorteile der Technik.

Mit Hilfe eines Robotersystems haben ÄrztInnen am Uni-Klinikum in Gießen eine Herzpatientin operiert und ihr eine Gefäßstütze eingesetzt. Nach Angaben der Klinik ist dies eine bundesweite Premiere. Die Technik solle helfen, das Verfahren sicherer, besser und präziser zu machen, sagte der Klinikdirektor der Gießener Kardiologie, Christian Hamm. Es gehe um feinste Gefäße und es komme auf Millimeter an. Zuvor hatten ÄrztInnen der Patientin, unterstützt von dem Roboter, in einem minimalinvasiven Eingriff einen Stent in ein verengtes Herzkranzgefäß eingesetzt, um es wieder zu öffnen.

Weniger Strahlenbelastung für ÄrztInnen

Ein weiterer Vorteil der Technik sei, dass dadurch die Strahlenbelastung für die ÄrztInnen deutlich sinke. Bei derartigen Operationen kommt Röntgenstrahlung zum Einsatz, um die Herzgefäße erkennen zu können. Dank des Roboters müssten die OperateurInnen nun nicht mehr direkt am OP-Tisch stehen. Weltweit wird das Robotersystem nach Angaben des beteiligten Medizintechnikunternehmens Siemens Healthineers an 80 Standorten eingesetzt.

Mit dem Verfahren könne man "sehr exakt mit kleinen Bewegungen Stents nach vorne beziehungsweise zurück bewegen, um sie an Ort und Stelle zu bringen", sagte Holger Nef, der mit seinem Team die OP durchgeführt hatte. Über einen Controller wird demnach der rund eine halbe Million Euro teure Roboter gesteuert. Die Gießener ÄrztInnen wollen nun weitere Erfahrung mit der Technik sammeln, eingebettet in Forschungsprojekte.

Technik soll in fünf bis 10 Jahren universell und flächendeckend genutzt werden

Robotergestützte Operationen werden bereits in verschiedenen Medizinbereichen durchgeführt. In der Kardiologie gebe es das bislang so nicht, sagte Benny Levenson, Vorstandsmitglied beim Bundesverband Niedergelassener Kardiologen. "Ich glaube, dass man Robotersysteme bei Herzoperationen partiell einsetzen kann. Aber man braucht am Ende immer noch den erfahrenen Arzt." Solche Systeme könnten in der Kardiologie nur der "Co-Pilot an der Seite eines Arztes sein".

Das System soll den Mediziner nicht ersetzen, sondern ein zusätzliches Hilfsmittel sein, sagte Albrecht Elsässer von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Ziel solle sein, in fünf bis zehn Jahren eine solche Technik universell und flächendeckend nutzen zu können. Daher sollen KardiologInnen jetzt entsprechend geschult werden.

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