Herzerkrankungen bei Teenagern mit psychischen Störungen

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Schwere Depressionen sowie bipolare Störungen erhöhen bei Jugendlichen das Risiko eine Herzkrankheit zu entwickeln und sollten deshalb als zwei neue und voneinander unabhängige Risikofaktoren mitbeachtet werden. Diese Aussage entspricht einer wissenschaftlichen Erklärung, welche die American Heart Association kürzlich im Journal Circulation abgab.

Bereits frühere Untersuchungen in diesem Themenfeld kamen zu dem Ergebnis, dass affektive Störungen bei Erwachsenen zu einem vermehrten Auftreten von Herzproblemen führen können. So gibt es beispielsweise die Behauptung, dass Depressionen einen Risikofaktor für koronare Herzkrankheit darstellen. Darüber hinaus gibt es Studien, die herausfanden, dass Erwachsene mit einer Major Depression oder Bipolaren Störungen mit höherer Wahrscheinlichkeit schon in einem vergleichsweise jungen Alter an Herzkrankheiten erkranken.

Führender Autor der wissenschaftlichen Erklärung Dr. Benjamin I. Goldstein, pädiatrischer  Psychiater am Sunnybrook Health Sciences Centre und der University of Toronto in Kanada, und seine Kollegen analysierten systematisch sämtliche Studien, die bis dato das Risiko für Herzkrankheiten bei Jugendlichen mit affektiven Störungen untersucht haben.

Die Arbeitsgruppe fand dabei heraus, dass Teenager mit einer Major Depression oder bipolaren Störung mit größerer Wahrscheinlichkeit bekannte Risikofaktoren für Herzkrankheiten aufwiesen als Jugendliche ohne diese Störungen. Zu diesen vermehrt auftretenden Risikofaktoren zählten Bluthochdruck, die Hypercholesterinämie, Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2 sowie die Arteriosklerose.

Das gehäufte Austreten dieser Risikofaktoren konnte laut den Autoren nicht gänzlich durch andere Faktoren wie zum Beispiel mangelnde Bewegung, Rauchen oder Drogenkonsum erklärt werden. Auch Psychopharmaka, die ja bekanntlich zu einer Gewichtszunahme sowie Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten führen, stellten keine Erklärung dar, weil die Jugendlichen in den Studien mehrheitlich keine derartige Medikation erhielten.

Dr. Goldstein und seinen Mitarbeiter ist es bis zum Ende nicht gelungen eine sichere biologische Erklärung für ihre Erkenntnisse zu finden. Dennoch verweisen sie auf  frühere Studien, die einen Zusammenhang zwischen affektiven Störungen in der Jugend und Entzündungsprozessen sowie anderen Formen der Zellschädigung gefunden haben.

Laut National Institute of Mental Health, hatten im Jahr 2012 rund 2,2 Millionen amerikanische Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren eine schwere depressive Episode. Eine Studie im gleichen Jahr schätzte währenddessen, dass rund 2,5 % der Jugendlichen im Alter von 13-18 die Kriterien für eine bipolare Störung erfüllten.

Frühes Handeln ist zwingend erforderlich, um bei Jugendlichen mit affektiven Störungen das Risiko für Herzerkrankungen zu verringern

Aufgrund ihrer Erkenntnisse schlussfolgern Dr. Goldstein und sein Team, dass Major Depressionen sowie bipolare Störungen zukünftig als moderate Risikofaktoren für Herzerkrankungen bei Jugendlichen gewertet und beachtet werden sollen. Goldstein sagt:

“Affektive Störungen stellen häufig einen lebenslangen Zustand dar. Das frühe und konsequente Management von kardiovaskulären Risikofaktoren ist absolut entscheidend, wenn es darum geht bei den kommenden Generationen ein verbessertes kardiovaskuläres Outcome zu erzielen. Diese psychischen Störungen stellen ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheit dar. Sie erfordern deshalb eine erhöhte Wachsamkeit und ein interventionelles Handeln zum frühestmöglichen Zeitpunkt.”

Dr. Goldstein hofft, dass sein wissenschaftliches Statement betroffene Jugendliche, ihre Familien sowie das Gesundheitssystem dazu bewegt den Krankheiten früh entgegenzuwirken, um so ihr Risiko für weitere schwere Erkrankungen zu verringern.

Text: esanum /pvd

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