Herzkrank durch Schichtdienst

Neue Studien zeigen, dass Schichtarbeiter ein erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheiten (KHK) haben. Laut Angaben der Bundesregierung hat die Anzahl der Schichtarbeiter drastisch zugenommen. Im

Neue Studien zeigen, dass Schichtarbeiter ein erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheiten (KHK) haben.

Laut Angaben der Bundesregierung hat die Anzahl der Schichtarbeiter drastisch zugenommen. Im Jahr 2001 gab es 4,8 Millionen Beschäftigte im Schichtdienst, bis 2011 ist die Zahl auf sechs Millionen angestiegen.

Dass Schichtdienst der Gesundheit schadet, ist hinreichend bekannt. Die National Sleep Foundation zählt Krebs, Stoffwechselerkrankungen, Geschwüre, Depressionen und Übergewicht zu potentiellen Konsequenzen der Schichtarbeit.

Am Brigham and Women’s Hospital und an der Harvard Medical School wurden nun Studien durchgeführt, die den Gesundheitszustand von 189.158 schichtarbeitenden Krankenpflegern – überwiegend Frauen – untersucht haben. Die Studien unterteilen sich in zwei Untersuchungsperioden, die jeweils 24 Jahre andauerten. Der Fokus wurde auf koronare Herzkrankheiten (KHK) gelegt.

Häufige Nachtschichten gehen mit einem erhöhten Risiko für KHK einher

Die Ergebnisse zeigen: In der ersten Periode kristallisierten sich 7.303 Fälle von KHK heraus und in der zweiten Untersuchungsperiode betrug die Inzidenz 3.519.

Das Krankheitsbild rund um KHK umfasste Herzinfarkte, Angina pectoris, Koronararterien-Bypass-Operationen, Gefäßprothesen, Angioplastie und sogar einige Sterbefälle, wie die Studienautoren bekannt geben.

Die Studienergebnisse suggerieren, dass häufige Nachtschichten mit einem erhöhten Risiko für KHK einhergehen. Weniger als fünf Jahre Schichtarbeit haben das Risiko nicht erhöht, wer jedoch schon länger als fünf Jahre im Schichtdienst tätig war, hatte eine signifikant höhere Tendenz, an KHK zu erkranken.

Schichtarbeiter brauchen einen Ausgleich

Zudem konnte das Forscherteam beobachten, dass das Risiko für KHK verringert wurde, wenn der Beschäftigung nicht mehr nachgegangen wurde – je mehr Zeit nach Beendigung des Schichtdienstes verstrichen ist, desto geringer war das Erkrankungsrisiko.

Die Studienautoren schlussfolgern: “Es besteht weiterer Forschungsbedarf, um zu evaluieren, ob die Ergebnisse mit speziellen Arbeitszeiten und individuellen Eigenschaften zu assoziieren sind.”

Schichtarbeiter sollten in jeder Hinsicht für einen Ausgleich sorgen, das kann zum Beispiel in Form von sportlichen Aktivitäten erfolgen, die ohnehin unter dem Verdacht stehen, der Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen entgegenzuwirken. Beschäftigte, die im Schichtdienst arbeiten, sollten zudem darauf achten, dass sie ausreichend Schlaf bekommen. Einige Studien dokumentieren, dass Schlafmangel mit Übergewicht und psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Zudem ist eine ausgewogene Ernährung vonnöten; denn Schichtarbeiter essen häufig in der Nacht und greifen dabei oftmals auf Fast Food zurück.

Text: Daniela Feinhals

Foto: Maridav / Shutterstock

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