Herzkrankheiten bleiben Platz 1 der Todesursachen

Mehr Frauen sterben an Herzerkrankungen

Die Sterblichkeit durch Herzkrankheiten in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr insgesamt gesunken. Dennoch besteht kein Grund zur Entwarnung: Denn trotz aller Fortschritte in der Kardiologie haben Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit über 338.000 Sterbefällen pro Jahr ihren Schrecken noch längst nicht verloren.

Besonders deutlich zeigt sich eine Sterblichkeitsabnahme für die Herzinsuffizienz, die um mehr als 7.000 Sterbefälle innerhalb eines Jahres auf 40.334 (2016) Gestorbene gesunken ist. Aber auch bei der Koronaren Herzkrankheit (KHK), deren Sterbefälle sich von 128.230 im Jahr 2015 auf 122.274 im Jahr 2016 (minus 4,6%) verringert haben. Für eine Entwarnung ist es dennoch zu früh.

Viele Raucher, Übergewichtige und Diabetiker betroffen

Herzinsuffizienz zählt zu den häufigsten Diagnosen, die zu einer stationären Behandlung führen. Sie ist in den meisten Fällen die Folge anderer chronischer Herz- und Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Diabetes, Herzklappenkrankheiten und Vorhofflimmern.

Den hohen Stellenwert der Prävention hat die Herzmedizin in ihren Leitlinien längst verankert. Um dies auch durchzusetzen, sind stärkere öffentliche Investitionen in die Prävention erforderlich, damit der Bevölkerung wirkungsvolle Maßnahmen angeboten und nachhaltig in die Praxis umgesetzt werden können.

Noch heute sind fast 30% der Reha-Herzpatienten Raucher, 18% sind stark übergewichtig, 22% Prozent haben Diabetes. Diese Zahlen sind alarmierend! Mit gezielten Maßnahmen muss hier gegengesteuert werden. Dass so etwas möglich ist, belegen Daten aus dem Bremer Herzinfarktregister: Wie der aktuelle Herzbericht 2018 zeigte, führen bevölkerungsbasierte Maßnahmen wie der gesetzliche Nichtraucherschutz zu einer Senkung der Klinikeinweisungen wegen Herzinfarkts in einer Region wie Bremen. Auch zeigte das Bremer Register, dass für eine nachhaltige Umsetzung von Raucherpräventions-, Bewegungs- und Ernährungsprogrammen bei den Zielgruppen auch soziale Faktoren wie sozioökonomischer Status, Bildungsstatus zu berücksichtigen sind. 

Anstieg der Krankenhausbehandlungen wegen Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen zählen zu den häufigigeren Anlässen für einen Krankenhausaufenthalt in Deutschland. Je nach Art und Schwere können Rhythmusstörungen mit enormen Einbußen an Lebensqualität einhergehen. Und sie können gefährlich werden bis hin zum Plötzlichen Herztod.

Der jährliche Anstieg der stationären Aufnahmen von 2016 zu 2017 um rund 8.400 Fälle auf 480.109 (2017) ist auffallend. Die Zunahme basiert zum großen Teil auf mehr stationären Aufnahmen von Patienten mit der häufigsten Rhythmusstörung, dem Vorhofflimmern. Vor allem aufgrund der erhöhten Schlaganfallgefahr müssen wir diesen Anstieg genau analysieren und unsere Patienten eingehend über präventive Maßnahmen aufklären.

Deutlich mehr Frauen als Männer sterben an Herzkrankheiten

Darüber hinaus ist auffällig, dass deutlich mehr Frauen an Herzkrankheiten sterben als Männer. Bei Betrachtung aller Herzkrankheiten sterben mehr Frauen als Männer: 107.529 (51,9%) Frauen gegenüber 99.503 Männern (48,1%).

Frauen mit Herzklappenkrankheiten, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche haben offensichtlich eine ungünstigere Prognose als Männer mit diesen Erkrankungen. Bei Herzklappenkrankheiten liegt die Sterblichkeitsziffer um 51% höher, bei Herzrhythmusstörungen um 45,8% und bei Herzschwäche um 64,1% höher als bei Männern. In absoluten Zahlen: 2016 starben 25.318 Frauen gegenüber 15.016 Männern an Herzschwäche und 15.955 Frauen gegenüber 10.648 Männern an Rhythmusstörungen.

Als mögliche Ursachen für dieses Gefälle sehen Herzspezialisten u. a. geschlechtsspezifische Unterschiede in der Genetik und anatomische an Herz und Gefäßen sowie Unterschiede in der Wirkung von Herz-Kreislauf-Medikamenten und in der Symptomatik von Herzkrankheiten.

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